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The Cumshots: A Life less necessary

Von: Karolina Anna Juchnik

Eine Band, die sich in jedem Rock`n`Roll Klischee förmlich suhlt!

Sie bezeichnen sich selbst als „die Auserwählten“ – aber wofür?! Was die aus Oslo stammenden Skandinavier mit Sicherheit voll drauf haben, ist diversen Sammelleidenschaften nachzugehen. Seit ihrer Gründung 1999 reihen sie einen Skandal an den anderen und polieren so fleißig an ihrer Medienpräsenz. Bühnenauftritte scheinen sich dafür bestens zu eignen. Da wird das Publikum nicht nur mit Musik, sondern auch mit kleinen Schmankerln unterschiedlichster Art, wie einer Live-Porno-Performance der „Fuck For Forest“ Organisation entertaint! Die Cumshots durften zwar dafür mit 10.000 Dollar Bußgeld etwas tiefer in die Tasche greifen, aber hey – es ging ja dabei schließlich um die Erhaltung des Regenwaldes, nicht wahr?!

„Max Cargo“, Frontmann der fünfköpfigen Bande sorgt stets sowohl für die Lyrics, als auch den nötigen Rummel um sein Image als saufender Rüpel-Rockstar. Mit seiner eigenen Show auf TV2, dem größten Sender Norwegens, zieht er selbst zur späten Stunde mit 500.000 Einschaltquoten, 92% aller Zuschauer zwischen 20-29 wie ein Magnet an. Insbesondere das weibliche Geschlecht scheint diesem Macho, den eine lokale Frauenzeitschrift zum „Sexiest Man Norways“ kürte, aufopfernd zugetan zu sein. Insofern verwundert es nicht, dass mittlerweile jede zweite Konzertbesucherin eine horny Pussy ist, die bei dem regelmäßig veranstaltenden Gewinnspiel um einen offiziellen Fick mit Cargo ihr Glück versuchen will. Ein weiterer Titel also, den die Jungs sich hart erkämpft haben, lautet die „meistgefickte Band Oslos“.  Der Rest der Whiskey-Truppe dagegen, „El Doom“ (Gitarre, Vocals), „Freddie Tennessee“ (Gitarre), „Tommy Dean“ (Bass) und „Chris Bartender“ (Drums) füllt die Lücken der Zeit damit, sich auf ihren Konzerten gegenseitig so richtig die Fresse zu polieren, wobei auch mal gerne die Nase, Rippen oder gleich der ganze Arm zu Bruch geht – aber vom Letzteren hat man ja zwei. Nichts desto trotz, ihre Shows genießen zumindest im hohen Norden enorme Popularität und sorgen neben den ausverkauften Konzerthallen für rekordverdächtige Umsätze an den Theken den Alkohol betreffend.<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 12" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 12" /> Moralische Bedenken sind selbst beim Anpissen ihrer Audienz bei Cargo & Co. mit der Lupe zu suchen: „Wir machen diese Dinge nicht um zu provozieren oder die Moral möglichst vieler zu verhunzen, wir machen nur, was wir machen. Wenn du Probleme damit hast, dann okay, dann ist das dein Problem. Geh nach Hause und heul dich aus…“.

Aber nun zum musikalischen schreitend, gibt es ebenfalls das Ein oder Andere zu berichten. Ihre erste Platte „Last Sons of Evil“ aus dem Jahr 2001 entsprach namentlich definitiv dem Programm der Cumshots. 2002 gewinnen sie sogar den inoffiziellen „World Rock Championship“ in Bilbao, Spanien, für Bands, die bis dato nur ein Album veröffentlicht haben.  Ihr zweiter Longplayer „Norwegian Jesus“ von 2003 bescherte ihnen zumindest eine Nominierung für den Norwegischen Grammy. Die letzte Platte „Just Quit Trying“ hallt wiederum durch Songs wie „Praying for Cancer“ mit ihrem Video heute noch nach. „We are the true cancer of Norwegian Metal. We will never go away. Never.“, und aus diesem Grund erscheint wohl am 2. Oktober 2009 ihr nächstes Album bei dem Label „Rodeostar Records“. „A Life Less Necessary“ klingt nicht nur nach Anti-Stimmung, nein, das Leben kommt in diesen Texten wahrlich nicht gut weg. Dabei ist die Mucke an sich gar nicht mal so evil. Die musikalische Orientierung zu beschreiben, fällt angesichts dessen, dass die Band sich selbst keiner Richtung richtig angehörig fühlt, etwas schwer. Irgendetwas zwischen Death`n`Roll, Heavy Rock und Metal wird`s schon sein – laut Cargo: „Rock mit Schwanz“.

Wie schon gesagt, so düster und heavy kommen die einzelnen Songs jedoch gar nicht daher. Klar wird zwar ordentlich auf das Schlagzeug geprügelt und die Gitarrenriffs gehen ab wie es sich gehört, aber es ist schon alles wohldurchdacht. Nicht alles besteht aus nur aus finsterem Gebretter und Max tiefgehenden Shouts. Jedes Lied hat eine deutlich erkennbare Melodie, die vor allen Dingen in den Refrains, getragen von Gitarrist El Dooms Stimme, gut zur Geltung kommt. Gerade die ersten beiden Tracks „What bleeds must be butchered“  und „Nonversation“ tragen tatsächlich ein wahres Hitpotential in sich. An manch anderer Stelle dagegen wie bei „Tiny Crosses“ wirkt die lange Pause, und der danach einsetzende seichte Gesang, fast schon ein wenig kitschig oder zumindest etwas irritierend. Unterm Strich ist der etwas kommerzialisierte Böse-Buben-Rock gar nicht mal so übel und geht relativ gut ins Ohr. Der Song „I still drink alone“ verweist auf seinen Vorgänger „I drink alone“  vom letzten Album und greift somit die gleiche Thematik des Frustsaufens wieder gekonnt auf. Ansonsten dreht es sich bei den eher depressiven bis wütenden Lyrics doch vorrangig darum wie furchtbar ätzend das Leben ist und auf welche Weise man es ertragbarer machen kann. „It`s that constant burden of trying to make it bearable when my life is so fucked up and so far from reparable that make me look for that final nail for my coffin. It`s way past midnight but I find hundreds in the nothing.“ Tja Max, was soll man dazu sagen?! – Hau rein die Scheiße!

Ach so, wer immer noch, oder jetzt erst recht, Bock hat den durchgeknallten Cumshots dabei zuzuschauen wie sie sich die Flaschen über die Rübe ziehen um dann blutüberströmt über die Bühne zu rennen, sollte am 24. Oktober 2009 das Sundown Festival in Gaildorf ansteuern. Corey Taylor (Slipknot / Stone Sour) zum Beispiel kommentierte dies einst folgendermaßen: „…the best live band I´ve seen in five years“. Mal schauen welche „Ladung“ die Fans diesmal erwartet…

Discografie:    Lost Sons of Evil    (2001, Duplex Records)
                       Norwegian Jesus    (2003, Big Dipper Records)
                       Just Quit Trying    (2006, Big Dipper Records)

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