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Sonic Youth etc.: Sensational Fix

 

Die besten Beweise für das gelungene Verschmelzen experimenteller Musik mit Konzeptkunst liefert mit Sicherheit die New Yorker Noise-Indieband Sonic Youth.

GORDON

Marclay

Grenzgänger on the road

So rücken Gitarrist Thurston Moore, Sängerin Kim Gordon & Co. grenzüberschreitende Projekte bereits seit den frühen 80er Jahren in ihren Fokus – der Zeit, in der wegweisende Künstler damit begannen in Gruppen zu spielen, die in Galerien und Lofts auftraten.

Dass man dabei als Labelbetreiber und Produzent vieler Gruppen und Künstler mit seiner, die Grenzen konventioneller Rocksongs sprengenden, emotional-assoziativen Musik nicht nur zahlreiche Bands inspirierte, sondern darüber hinaus auch Vertreter anderer Genres wie zum Beispiel Schriftsteller, Fotografen, Filmemacher, Modedesigner oder Maler prägte, zeigt nun eine interdisziplinäre Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle und bei Kunst im Tunnel.

„Sonic Youth etc.: Sensational Fix“ heißt es hier seit dem 31. Januar und hält noch bis zum 10. Mai an. Im Mittelpunkt steht ein buntes Potpourri an Arbeiten – die von Plattenhüllen über Poster und Videofilme bis hin zu Textdokumenten, T-Shirts, Musikinstrumenten und Fotos reichen. Dabei sind zudem die Werke von Künstlern, die in den späten 70ern und frühen 80ern in der New Yorker Kunstszene unterwegs waren, sowie Projekte nachfolgender Künstlergenerationen mit von der Partie. Allen voran die vielschichtigen Arbeiten der deutschen Maler Gerhard Richter und Jutta Koether, der Regisseurin Sofia Coppola, der Rockmusikerin Patti Smith oder aber dem Simpsons-Erfinder Matt Groening. Sie alle spiegeln eine alternative Geschichte der zeitgenössischen Kultur wider, handeln von Teenagerrebellion und Identitätsfindung, Sexualität und Religion. Von Fernweh und Vorstadtleben erzählen Werke, die die Tour-Erfahrungen der Band reflektieren. Doch es gibt noch einiges mehr zu entdecken: den von dem amerikanische Konzeptkünstler Dan Graham entworfenen Pavillon beispielsweise, in dem Musik aus dem Sonic Youth-Archiv, eigene Mitschnitte und weiteres Audiomaterial aus den vergangenen 30 Jahren präsentiert werden. Akustisches Highlight bei Kunst im Tunnel: die Installation „Reverse Karaoke“, ein zum Tonstudio umgemodeltes Zelt. Hier gibt man nicht nur Besuchern die Möglichkeit, Kim Gordons Gesang mit Schlagzeug, E-Gitarre, Bass oder Mikro zu begleiten, sondern bietet Newcomerbands die Chance, ihre eigenen Songs zusammen mit der Stimme der Sängerin aufzunehmen.  

Eine Sammlung aus Flugblättern, Fanzines und Undergroundtexten machen aus der Sache ebenso eine runde Geschichte wie der im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienene und heiß begehrte Katalog zur Ausstellung. Dieser enthält nicht nur umfangreiche Interviews und spannendes Archivmaterial, sondern legt mit zwei Vinyl-Singles noch eins drauf. Diese seien als Trostpflaster vor allem denjenigen ans Herz gelegt, die wie die LOOP-Redaktion nicht schnell genug waren, sich April-Tickets zum Konzert im Düsseldorfer 3001 zu sichern. Wir sagen: Wohnzimmer-Surroundsound statt Life-Entertainement – und überbrücken damit die Zeit bis zum im Juni erscheinenden neuen Album ‚The Eternal’.


‚Kasten’:

Sonic Youth etc.: Sensational Fix von 31.Januar bis 10. Mai 2009 in der Düsseldorfer Kunsthalle und bei Kunst im Tunnel.

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