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Pure

Von: Hanna Laufer

Martin Jondo gehört zur deutschen Reggae Szene und tourte mit Gentleman durch Deutschland. Wir sprachen mit dem Künstler aus Berlin...

Pure“

Martin Jondo ist in Berlin Lichtenberg als Sohn einer Koreanischen Mutter und eines Deutschen Vaters aufgewachsen. In seiner Jugend entdeckt er die Lehre Gandhis und die der Rastafari für sich. Als er anfing zu singen gehörte er deshalb schnell zur deutschen Reggae Szene und tourte mit Gentleman durch Deutschland. Songs wie „Rainbow Warrior“ (2005) und „Jah Gringo“ (2006) machten den Berliner zu einer Ikone des Sommers. Jetzt ist Martin Jondo mit seinem neuen Album zurück – diesmal aber als Singer-Songwriter.

Vor einem Auftritt in Köln nimmt er sich Zeit, uns von seinem neuen Album zu erzählen:

Mein „Pure“ Album hat zehn Songs und zwei Remixe - Ich hab mich darauf reduziert Akustiksongs aufzunehmen. Insofern ist diese Album also auch nicht Reggae-lastig, sondern ein Singer-Songwriter Album. Es sind Songs aus meiner Jugend, die ich damals geschrieben habe.

LOOP: Und du kannst dich immer noch mit den gleichen Songs identifizieren?

Definitiv! Es sind keine Party Songs. Viel eher singe ich über die Dinge, die ich gesehen habe. Deshalb sind die Lieder auf jeden Fall immer wieder spielbar. Zum Beispiel „Ten Million Miles“, in dem es darum geht, einen Platz zu finden, an dem man Frieden findet.

LOOP: Hast du alle Texte auf dem Album selbst geschrieben?

Klar. Das ist auch alles was ich habe. Meine Musik ist mein Stolz, meine Ehre - das was ich kann. Da würde ich niemals Texte oder Musik kaufen. Ich bin halt ein Berliner Junge der sich hoch gekämpft hat. Darauf bin ich stolz und deshalb will ich auch nur über mein Leben erzählen.

LOOP: Bei dem Song „Stranger in a Land“ geht es um Diskriminierung – das ist Teil Deines Lebens?
 
Ich bin als Halb-Koreaner in Deutschland aufgewachsen und habe jeden Tag Rassismus erlebt. In Berlin Lichtenberg, wo ich gewohnt habe, haben sie hundert Meter von meiner Wohnung entfernt das Cafe Germania aufgemacht. Von da an musste ich oft wegrennen - oder mich mit den rechtsradikalen Gruppen auseinander setzen. Ja, das sind Sachen die ich erlebt habe.

LOOP: Wie schriebst du deine Songs?

Es kommt wie es kommt. Ich setze mich hin und dann überrollen mich die Emotionen. In den Songs kann ich mich verausgaben und den Schmerz in die Musik stecken. Das „Pure“ Album ist für mich eine Augen-Zu-Mach Platte.
Als Kind habe ich Gitarren Unterricht gehabt, das Instrument habe ich dann mit 15 wieder entdeckt.


LOOP: Und wie geht es jetzt bei Dir  im Sommer weiter?

Ende März werde ich mein Album in vielen Städten der Schweiz und Deutschlands vorstellen. Die Tour wird ungefähr einen Monat dauern.

LOOP: Alleine?

Ja erstmal alleine, so wie die Platte auch ist, allein Solo, kleine Clubs, intime Sachen und dann sicherlich im Sommer auch Festivals.

LOOP: Du warst ja früher häufig mit Gentleman, Mellow Mark und anderen Größen der deutschen Reggae Szene auf Tour. Warum hat sich das jetzt geändert?

Am Anfang habe ich immer allein Musik gemacht, aber es war sehr schwer für mich, mich damit zu etablieren. Die Leute haben immer sofort gesagt „Ah, der macht Reggae.“ Ich bin aber kein Afrikaner. Ich respektiere zwar die Rastafari Kultur, bin aber nie auf Jamaica gewesen und muss da auch nicht hin! Ich bin hier aufgewachsen und mache hier meine Musik.

Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich die Musik aus meinem Innersten, rudimentär wiedergeben möchte. Und ich habe gemerkt, dass die Leute das gut finden und ihnen akustische Musik gut tut. Ich möchte allen zeigen, dass man auch alleine was machen und die Kraft dazu haben kann.

LOOP: Was hast du für Erwartungen an Dein neues Album?

Da bin ich ziemlich nüchtern. Ich mach die Musik nicht, um Erfolg zu haben und schreib die auch nicht, um jemandem zu gefallen. Meine Songs schreibe ich aus Emotionalität und der, der sie teilen möchte, der kann sie teilen


Natürlich möchte ich auch gerne Leben. Aber um Erfolg geht es nicht. Das sehe ich auch gerade an meinem Leben. Freundschaften bedeuten mir sehr viel. Für mich sind sie etwas sehr wertvolles. Und so ist es für mich viel wichtiger die Musik mit den Menschen zu feiern, als damit persönlichen Erfolg zu haben – das wäre natürlich ein angenehmer Nebeneffekt.

LOOP: Und warum sollten sie das „Pure“ Album mögen?

Die Leute die meine Musik hören fühlen mich und werden auch das neue Album mögen und verstehen. Das ist das Rudimentäre, worum es in der Musik geht. Ich bin auch nur ein einfacher Mann, der Musik macht. Ich denke die Leute nehmen das an. Wie als wenn die Sonne scheint. Das ist einfach „nice“ für sie – Genau das ist meine Musik.

Das neue Album von Martin Jondo mit dem Titel „Pure“ erscheint am 27. Februar.

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