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Mystery girl aus der Steiermark

Von: Maja Tripkovic

Hört man ihre Lieder, fragt man sich, ob Anja Plaschg ein Talent hat für die Darstellung dramatischer Posen oder ob das dargestellte Leid womöglich aus eigener Erfahrung zehrt. Hört euch hier ihren Song "Spiracle" an...

Die lachende Prinzessin der Dunkelheit

Düster und unnahbar - Soap&Skin

Die 18-jährige Anja Plaschg

"Lovetune for Vacuum" erscheint im April

Klein, zierlich und anämisch wirkt die Künstlerin

Flash ist Pflicht!

Hört euch den Song Spiracle von Soap&Skin hier an:

 

Man will sie fast hassen, dieses Supermädchen. Gerade mal volljährig, gibt es kein Blatt, das nicht in den letzten Wochen über die dunkelhaarige Österreicherin geschrieben hat. Kein Onlinemagazin, das nicht eines der Bilder veröffentlichte, wo man sie mit schwermütigem Blick und stets schwarzer Kleidung zeigt. Doch hassen kann man die kleine, zierliche junge Frau mit scheuem Blick dann doch nicht.

Die Rede ist von Anja Plaschg, die unter dem Namen „Soap&Skin“ gerade ihre erste Platte „Lovetune for Vacuum“ beim großen Indielabel Pias Records veröffentlicht hat. 13 schaurigschöne Klagelieder auf Englisch mit viel Klavier und ein wenig Elektro. Die Stücke haben bezeichnend düstere Titel: "Thanatos", "Extinguish Me" oder "Marche funèbre", Trauermarsch.


Anja Plaschg ist mit 16 aus dem elterlichen Gnas in der Steiermark nach Graz gezogen, von dort dann nach Wien, um an der Kunstakademie bei Daniel Richter Malerei zu studieren. Nach drei Semestern jedoch packt sie ihr unbenutztes Malzeug wieder zusammen und widmet sich ganz der Musik.



Beängstigend ernsthaft gibt sich Plaschg in Interviews, macht sehr, sehr lange Denkpausen und sagt, dass Soap&Skin ein von ihr selbst heraufbeschwörtes Monster sei und dass Anja Plaschg das Tun von diesem Monster mit zunehmendem Alter besser reflektieren kann; Soap&Skin kann das aber nicht. Anja Plaschg und Soap&Skin wirklich auseinander zu halten, das will der 18-Jährigen nicht gelingen.


Madame Plaschg auf der Bühne zu erleben, müssen ganz außergewöhnliche Momente sein, werden sie mit Epiphanien verglichen und als „Auslöser bis hin zur Verstörung reichender Faszination“ beschrieben. Soap&Skin hat man nicht live gesehen und erlebt, Soap&Skin hat man erlitten. Ihre tieftraurigen Pianostücke und ihre fragile Stimme bringen ihre Bewunderer regelmäßig an die Grenzen ihrer Ausdrucksmöglichkeit.
Uns bringt sie ins Staunen über ihr junges Alter und ihre Reife.



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