Lemongrass
In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht Roland Voss unter seinem Pseudonym Lemongrass Alben, die sich in ebenso schöner Regelmäßigkeit als wahre Kleinode herausstellen...
Lemongrass
In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht Roland Voss unter seinem Pseudonym Lemongrass Alben, die sich in ebenso schöner Regelmäßigkeit als wahre Kleinode herausstellen. So war sein letztes Album „Pour L'Amore“ eine Art Konzeptalbum über Paris, und gleichzeitig ein Schatzkästchen voller verspielter, kleiner Tracks, ein Mosaik aus Musikmomenten, das mit Chillout, Lounge oder ähnlichen Kategorien eigentlich nicht zu fassen ist. Es sind meist Instrumentalstücke, die einen Loop oder ein Sample entdecken und eigene Stimmungen erschaffen – die sich dann miteinander wie bei einem Spaziergang verbinden, der einem durchaus durch die verschieden Viertel von Paris führen kann.
Da macht es die neue Scheibe „Hypnosis“ dem Rezendenten schon einfacher – es ist ein reines und äußerst sphärisches Ambient Album geworden. „Entrückt“ drückt es kaum aus. Vom ersten Moment an versinkt man in einem See aus Flächen, man gibt sich der Strömung hin und lässt sich sanft an der Oberfläche treiben. Lichter, Spiegelungen, Reflexionen... wenn man nicht aufpasst, geht einem nach zwanzig Minuten das Ego verloren. Ab und an gibt es Beats, die allerdings noch unterhalb der Downtempo Marke liegen (soweit es sie denn überhaupt gibt und nicht völlig auf Rhythmus verzichtet wird). Mal erklingen zärtliche Pianomotive, mal auch fast nichts. Oder es kommt einem nur so vor - schon erstaunlich, wie so wenig so reichhaltig klingen kann.
Es ist wirklich schön, wenn man, wie Roland Voss, sein eigenes Label hat und tun und lassen und veröffentlichen kann, was man immer möchte. Selbst und vor allem wenn er sich neu erfindet. Dass es ja niemand jemals wagt, diesem Mann Vorschriften zu machen!

