Grandmaster Flash
Abwartend Cool
Grandmaster Flash
Grandmaster Flash ist ein DJ und Produzent und war nie Rapper. Grandmaster Flash antwortet nicht auf sensationslustige Fragen und will nicht über seine Vergangenheit reden! All das war zu hören und zu lesen bevor man ihn traf, den ersten Scratch-Meister des HipHop, den Held der glorreichen New-Yorker Blockparties der Achtziger. Denn Grandmaster Flash hatte keine Lust auf Belangloses und wollte nicht in die Historie abtauchen. Was für ihn zählt ist das Hier und Jetzt und nicht die Zeit, als er mit Freunden den HipHop erfand. – Verständlich, denn der große Veteran des erfolgreichsten popkulturellen Musikstils der letzten dreißig Jahre hat seinen ersten Longplayer seit 1987 produziert. Und das mit Gästen, die nicht jedem geläufig sind. Denn neben Stars wie Q-Tip, Busta Rhymes oder Snoop Dogg finden sich viele unbekannter Rapper auf „The Bridge”. „Ich habe tagelang Myspace durchkämmt und die Welt nach Leuten mit einem guten Flow abgesucht. Ich wollte ein Album, das zeigt wie global HipHop ist”, erklärt der New Yorker lässig zur Tatsache, dass mit Künstlern wie dem Spanier Kase-O oder Abass aus dem Senegal international namenlose MCs über seine Tracks rappen. Jene zeichnen sich durch furiose Beats, Breaks, Loops und Scratches aus, denen der Funk inne wohnt und die zuweilen mit Momenten glänzen, die Kenner an die große Vergangenheit des Grandmasters erinnern. „Ich warte nun ab wie man auf mein Comeback reagiert. Will es keiner hören verschwinde ich wieder!“, erklärt er cool. Ein unwahrscheinliches Szenario, schließlich braucht HipHop eine Platte, die konventionell unkonventionell und unverkrampft hittig angreift.
Grandmaster Flash: The Bridge (Strut/K7/Alive)

