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FROGG : Blink Blink

Von: Karolina Anna Juchnik

Keine blinkenden Frösche - sondern zwei SEEED-Musiker und Londoner Sängerin Mills.

SEEED kennen wir alle und das nicht erst seit Peter Fox mal alleine musiziert. Aber who the fuck are FROGG?! Was diese Band zu ihrem Namen geführt hat, mag erst mal dahin gestellt sein. Fakt ist, dass es sich hierbei um eine äußerst interessante Kombination aus drei selbstbewussten und talentierten Musikern handelt, die sich zwar in keinster Weise gesucht, aber dennoch gefunden hat.

Mills, die ihre weibliche Stimme diesem brandneuen Projekt widmet, spielte bereits mit ihrem achten Lebensjahr ihre selbstkomponierten Songs auf der Gitarre. Später mit den Jahren entdeckte sie für sich noch andere Formen des künstlerischen Ausdrucks wie beispielsweise Elektronische Musik oder experimentelles Tanztheater. Mo Delgado wird dagegen eingesessenen SEEED-Fans ein Begriff sein. Als Mitbegründer der mittlerweile über die Grenzen hinaus bekannten Bläser-Dance-Reggae-Formation, nimmt er dort nun schon seit Jahren den festen Platz des Saxophonisten ein. Darüber hinaus produziert er selbst und leiht seine Lungenkraft noch diversen anderen Projekten wie unter anderem SERVICE, einem avantgardistischen Dub/Jazz-Sextett. Der Letzte im Bunde DJ Luke entspringt ebenfalls, wie könnte es anders sein, der vielköpfigen Mannschaft von SEEED. Für die Jungs schon seit eh und je an den Plattentellern gedreht, steuert er auch bei FROGG seine Begabung am Mischpult bei und übt sich daneben noch als Produzent.

Wie kam es aber nun, dass sich diese Wege alle so kreuzten, dass dabei im wahrsten Sinne des Wortes FROGG „heraussprang“? Tatsächlich nahm alles schon 2000 seinen Lauf, als Mills, in Leeds dem rauen Norden Englands geboren, auf einer Welt- Europareise unterwegs war. Eine ihrer Stationen führte sie nach good old Germany Berlin, wo sie zunächst erst mal auch stecken bleibt. Währenddessen organisiert Mo im Berliner Club „Acud“ eine der anspruchsvollsten und beinahe schon legendären Jam Sessions. Die Veranstaltung zieht jeden Dienstag eine Reihe von experimentierfreudigen und offenen Künstler an, die einfach Spaß an freiem Musizieren haben, ohne sich jeglichen Standards unterwerfen zu müssen. So erging es ebenfalls Mills als sie im Sommer 2000 ins Acud stolpert und von der intensiven Kreativität vor Ort eingenommen wird. Daraufhin bilden die Sessions über zwei Monate lang für Mills und Mo eine perfekte Plattform sich sowohl menschlich kennenzulernen, als auch eben musikalisch einen großen Schritt anzunähern. Als die junge schwarze Sängerin dann sogar letzten Endes im Dezember selben Jahres in unsere Hauptstadt zieht, beschließen die beiden spätestens in diesem Moment gemeinsame Musik zu machen. Einen DJ kann man übrigens immer gut gebrauchen und dafür brauchten die beiden nicht weit schauen.

Mit „Blink Blink“, ihrem ersten Album, welches am 25. September bei dem Label „Groove Attack“ erscheinen wird, versucht das Trio onomatopoetisch auf sich aufmerksam zu machen und liefert gleichzeitig den Beweis für ihre musikalische Kooperation. Die vierzehn Songs spiegeln die verschiedene Einflüsse der drei wieder und die Kompetenz daraus ihren eigenen Sound zu kreieren. Das Endprodukt bietet eine sehr angenehm innovative Mischung aus R`n`B, Dub Hop, Dancehall, Roots-Reggae sowie elektronischen Elementen. Die Beats erinnern zum Teil an Produzenten wie Timbaland, Neptunes oder Missy Elliot, präsent, lebhaft und absolut einladend die Hüften zu schwingen. Dennoch verliert sich Mills sanfte und klare Stimme keinesfalls unter dem pumpenden Bass, sondern verleiht dem Ganzen die nötige Tiefe und Ausdrucksstärke. Schon das äußerst groovige Intro lässt vermuten, auf was man sich einlässt und macht mehr als nur neugierig. Das darauf folgende Stück „Bitch“, nutzt Mills sogleich um ihre stimmlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und vereint ihren charmanten Gesang mit einer Portion selbstsicheren Rap. Genauso wie „How can you?“ oder „Shut Tha Fuck Down“ lassen nicht nur einmal den leichten Vergleich zu der Londoner Ikone M.I.A. ziehen. Ansonsten sind die R`n`B lastigeren Songs bestimmt keine 08/15 Studenten-Party-Knaller, sondern durchaus niveauvolle und klischeefreie Kompositionen, die auch, würde sie noch leben, Aaliyah zusagen würden. Zwischendurch sorgen Mos Saxophon-Einlagen für eine frische Untermalung und der von Luke produzierte Track „Bullfrogger Interlude“ erweitert mit einem minimalen und etwas aggressiveren Arrangement das Repertoire um eine etwas düstere und taffe Facette. Für die Zukunft wünscht man sich trotzdem ruhig noch mehr Power und Schmiss, was sie mit Sicherheit drauf haben!

Ihren ersten gemeinsamen Auftritt konnten FROGG schon 2006 verbuchen. Im Rahmen des „Fertilizer Festival“ in London performten sie ein halbstündiges Set und ernteten vom britischen Publikum wahre Begeisterung. Zu Zeit wurde ihnen sogar die große Ehre zuteil die Hip Hop Kings „De la Soul“ auf ihrer Tour durch Deutschland zu begleiten. Wenn das mal nicht ein beinahe perfekter Debut-Auftakt für eine hoffentlich noch länger blühende Karriere ist?!

Lasst euch von FROGG anblinken und checkt sowohl das Album der hoffnungsvollen Newcomer als auch einen der einmaligen Support-Auftritte mit De la Soul.

Im Folgenden die Tourdaten:

12.09.09:    Planet-Pop-Festival in Berlin (alleine)
15.09.09:    Hamburg      (Fabrik)
16.09.09:    Heidelberg   (Halle)
17.09.09:    Berlin           (Dot Club)

 
        

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