Fever Ray
Ein düsteres Spiel mit den Klischees
Fever Ray
Dass Karin Dreijer Andersson in ihrer Heimat Schweden ein gefeierter Pop-Star ist, merkt man der zweifachen Mutter nicht an. Gemeinsam mit ihrem Bruder Olof Dreijer erstürmte sie als The Knife schon manches Mal die skandinavischen Charts und gewann darüber hinaus sechs schwedische Grammys. Nun hat sie sich selbstständig gemacht und unter dem Pseudonym Fever Ray ein Album eingespielt, das in seiner dunklen Note an den letzten The Knife Longplayer anknüpft. „Ich liebe es zu experimentieren. Und das nicht nur mit Sounds. Auch mit meinem Gesang spiele ich gerne. Deshalb variiere ich auch den Klang meiner Stimme. Sie ist für mich wie ein zusätzliches Instrument“, gesteht die 33-Jährige.
Statt sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes auszuruhen, hat sie gleich für Röyksopp ein paar Hits eingesungen und sich anschließend an ihre elektronischen Geräte gesetzt um ruhig treibende Elektroarrangements zu komponieren, die sie mit reizvollem Gesang begleitet. „Mein Album enthält kein einziges Liebeslied. Ich erzähle lieber Fantasiegeschichten oder kleine Alltagsbeobachtungen. Über die Liebe singt schließlich jeder!“, verrät sie zum inhaltlichen Tiefgang ihrer poetischen Texte. Im Zusammenspiel mit den meist zurückhaltenden Rhythmen und Sounds gelingt ihr so eine magische Sogkraft, die ihr selbst betiteltes Solodebüt zu einer Sensation adelt. Denn alle zehn Stücke bürsten Pop gegen den Strich und klingen dennoch irgendwie vertraut: „Musik aus dem Radio und TV beeinflusst mich – allerdings eher in die Richtung es anders zu machen und die Klischees zu verbiegen“, lautet ihre künstlerische Devise. Jene macht ihr Solodebüt nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ungemein verführerisch.
Fever Ray: s/T (Cooperative Music/Rabid Records/Universal)
www.feverray.com

