EAGLES OF DEATH METAL
Zwischen Jesse „The Devil“ Hughes und seinem besten Freund, dem Queens Of The Stone Age Mastermind Josh Homme, besteht wohl die schönste und tiefste Männerliebe, die man sich nur vorstellen kann.
Zwischen Jesse „The Devil“ Hughes und seinem besten Freund, dem Queens Of The Stone Age Mastermind Josh Homme, besteht wohl die schönste und tiefste Männerliebe, die man sich nur vorstellen kann. Es muss ganz so wie in der Fernsehserie „Scrubs“ sein, wobei Jesse dann J.D. wäre und Josh Homme dessen Turk – sein Beschützer, Berater und Spielkamerad seit ihrer Schulzeit.
Wenn man Jesse von seinem Freund reden hört, spürt man diese Zuneigung und Dankbarkeit. Und wann immer er über die Eagles Of Death Metal spricht, erklärt er, diese Band sei nicht sein Projekt, sondern ihres – zu gleichen Teilen. Wenn überhaupt, dann stapelt er sogar noch tiefer: dass ihr drittes Album „Heart On“ ihr bestes geworden ist, liegt daran, dass er Josh Hommes Können und Genie nicht mehr im Wege stand. „I don‘t suck that hard anymore.“, sagt er. Er meint das so. Auch wenn alle Welt behauptet, Foo Fighters-Sänger Dave Grohl wäre der netteste Mann im Rockgeschäft, ist Jesse auf dem Weg ihm den Ruf streitig zu machen. Davon abgesehen hat er aber einfach Recht mit seiner Meinung zur neuen Scheibe. Wo die beiden Vorgänger letztlich nur für ein paar Singles gut waren, strahlt „Heart On!“ als Album.
Erdiger Stoner- Blues-Rock ohne Teenage-Angst oder Weltverbesserungsgeheule – Rock als pure Lebensfreude, mit besonderer Betonung des körperlichen, saftigen und des schönen, freundschaftlichen Trittes in den Arsch. Mein Gott, manche Menschen haben eben einfach Spaß! Interviews liebt Jesse zum Beispiel ebenfalls: Für ihn ging eines fließend in das folgende über und so beginnt das Gespräch damit, dass er einen Faden wieder aufnimmt und Gründe aufzählt, warum Deutschland stolz auf sich sein sollte, erklärt Missverständisse über Rommel und wie man einen Film über ihn drehen sollte. Er gesteht seine Begeisterung für Sarah Palin, spricht über seine Jugend mit Josh und darüber wie es ist, erst mit über 30 Jahren seine Berufung gefunden zu haben. Was zu der Frage führte, womit er es seiner Meinung nach verdient hat, Rockstar zu sein? „Man verdient, was man sich erarbeitet. – Schätze ich. Ich weiß immer noch nicht genau, was dieses Rock‘n‘Roll-Leben überhaupt ist. Ich weiß ich liebe es. Aber das muss nicht bedeuten, dass es gut für meine Seele ist. Ich meine, vielleicht verdiene ich es ja deshalb? Vielleicht ist es eine Bestrafung. Und vielleicht ist der Teufel der schönste Engel, den Gott je hatte. Aber ich fühle mich wie der glücklichste Hillbilly auf der Erde!“
Selbst, dass sein alter Held Axl Rose ihn und seine Band als „Pigeons of Shit Metal“ bezeichnet hat, war kein Drama für ihn. Es war eher die wohl beste PR, die man sich wünschen konnte. Dankbar, wie Jesse nun einmal ist, hat er sich vor kurzen diesen Namen auf seinen linken Unterarm tätowieren lassen – mitsamt Taube. Nach einer halben Stunde und mit dem Gefühl, einen neuen Freund gefunden zu haben, verlässt man das Hotelzimmer – und während der nächste Journalist eintritt entschuldigt sich Jesse bei seinem Promoter dafür, dass er ständig überzieht. „Ich liebe diesen Scheiß!“ sagt er fast hilflos. Dieser glücklichste Hillbilly auf Erden.
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