Black Sheep
In weiter Ferne wartet schon Japan
The Black Sheep
Jung, zielstrebig, lustig und zugleich total ernst: das Kölner Quartett The Black Sheep hat wenig vom sprichwörtlichen schwarzen Schaf und spielt Alternative-Poprock, der nichts besonderes will außer jedem zu gefallen. Alles entstand, weil die Schwestern Charlotte (Gesang) und Johanna (Gitarre) Klauser ganz vernarrt in Rockmusik sind und unbedingt eine Band gründen wollten. Schnell fanden sie mit Aurora Steffens eine verbissene Bassspielerin, die lieber Saiten zupft statt Studiengebühren zu bezahlen. Per Anzeige kam dann noch Patricia Ross am Schlagzeug hinzu und trommelte sich schnell in die Herzen der übrigen drei. Die Chemie stimmte und seit 2005 leben die vier blutjungen Mädels ihren Rock’n’Roll-Traum. In dem würden sie gern einmal in Japan spielen und ihren Namen auf einem Rock-am-Ring-Plakat lesen. Im Rahmen ihres ersten Fashion-Shootings, bei dem sich die Rheinländer als herzliche Profis erwiesen, gewährten sie LOOP einen kleinen Einblick in ihre bisherige Karriere.
LOOP: Euch gibt es seit 2005 – was hat euch gereizt, eine Band zu gründen?
Johanna: Bei uns in der Familie wird viel Musik gemacht und dann haben ich und meine Schwester einfach eine Band gegründet. Aurora war eine Freundin von uns und irgendwann haben wir erfahren, dass sie Bass spielt und sie angesprochen. Dann fehlte nur noch eine Schlagzeugerin, aber die gab es nicht in unserem Bekanntenkreis. Wir haben dann im Internet eine Anzeige aufgegeben und Patricia gefunden. Alles war gleich perfekt.
LOOP: Habt ihr direkt eigene Songs geschrieben oder habt ihr erst einmal Hits nachgespielt?
Patricia: Bereits zwei Monate nach der Gründung spielten wir unseren ersten Gig und haben deshalb haben in relativ kurzer Zeit viel komponiert. Wir wollten gleich unser erstes Konzert nur mit eigenen Songs bestreiten.
Johanna: Wir hatten aber auch alle vorher schon in Bands gespielt und bereits Songs geschrieben.
LOOP: Gibt es jemanden unter euch der sagt wo es künstlerisch lang geht?
Charlotte: Wir schreiben ziemlich viel zusammen, aber jeder hat auch seinen Weg gefunden eigene Ideen zu entwickeln. Wir tragen dann immer alles zusammen und formen alles so, dass es allen gefällt. Bei uns schreibt nicht nur der Sänger die Texte. Das ist alles verteilt.
LOOP: Und worüber schreibt ihr? Über private Erlebnisse?
Aurora: Auch, aber man braucht eigentlich nur einen kreativen Kopf und dann kann man über alles schreiben. Man muss nur genügend Vorstellungskraft haben, dann geht das.
Charlotte. Und in unserem Alter kann man ja auch noch nicht so viel erlebt haben.
Johanna: Bei uns kommt aber immer zuerst die Musik. Man hat eine Idee auf der Gitarre, arbeitet sie aus und der Text kommt dann automatisch hinzu.
LOOP: Stichwort Gitarre – warum habt ihr euch für Rock entschieden? Ihr hätte euch ja auch auf Pop oder HipHop spezialisieren können.
Aurora: Wir haben immer alle Rock gehört. Auch Metal. Und man macht ja das was man am liebsten mag.
LOOP. Hat man es denn schwer als Frauenband in der Männerdomäne Rock?
Aurora: Es gab schon Situationen in denen dir Männer nicht alles zutrauen. Aber eigentlich hat man es als Frauenband im Rock leicht – denn es gibt so wenige und man bleibt schneller im Gedächtnis. Aber am Anfang war das schon schwer. Man musste viel kämpfen.
Johanna: Zudem muss man einfach die Größe haben darüber lachen zu können, wenn dir ein Typ glaubt erklären zu müssen, wie man ein Kabel in eine Gitarre steckt.
Charlotte: Wir hatten aber nicht vor eine Frauenband zu werden. Hätten wir keine Schlagzeugerin gefunden dann hätten wir auch einen Jungen genommen.
LOOP: Und was treibt euch an?
Aurora: Wir wollen uns einfach selbst verwirklichen. Wir wollen auf der Bühne stehen und Menschen rocken. Es wäre natürlich schön wenn unsere Musik erfolgreich ist, denn sonst sind ja auch die Konzerte schlecht besucht. Aber antreiben tut uns definitiv das Livespiel. Das Feedback einer großen Masse ist einfach unglaublich.
LOOP: Habt ihr denn schon mal vor einer großen Masse gespielt?
Johanna: Wir waren zehn Tage mit In Extremo auf Tour und haben den Support gespielt. Das war schon einmalig vor zehntausend Leuten zu stehen. Vor allem wenn man als unbekannte Band merkt, dass man die Leute nach drei, vier Songs in der Hand hatte. Das war ein Vorgeschmack darauf wie es sein könnte wenn man selbst eine ganze Halle füllt.
Auroa: Ja, aber wir hatten auch schon ganz intime Konzerte, wo das ganze Publikum mitging und wir uns ähnlich gut gefüllt haben.
LOOP: Und wie sehen eure Wünsche für die Zukunft aus?
Charlotte: Rocken!
Johanna: Viele Leute erreichen. Und musikalisch wachsen.
Aurora: Das unser Album viel erreicht, denn wir haben viel Herzblut rein gesteckt. Wir wollen nur noch Musik machen und als Vollblutmusiker leben. Ich habe mein Studium abgebrochen. Nach einem Semester habe ich festgestellt, dass ich nicht in der Uni sitzen kann wenn ich besser zu Hause Bass spielen könnte.
Charlotte: Und mal in Japan spielen wäre toll!
Patricia: Und auf dem Rock am Ring!
LOOP: Dann wünschen wir viel Glück!
The Black Sheep: Not Part Of The Deal (Roadrunner)
www.theblacksheep.de

