Vier Vögel am Galgen
Einer der sehr markanten Siebziger Jahre -Werke, als noch der amerikanische Erzählwestern mit den Elementen der neorealistischen Spagetti - Variante vermischt wurde. Kein geringerer als Richard Fleischer, der bahnbrechende B- Movies wie „Conan, der Zerstörer“ und insbesondere den kultig avantgardistischen „Jahr 2022 ... die überleben wollen“ / “Soylent Green“ mit Charlton Heston inszenierte und weltberühmt wurde. Der ebenfalls würdige Lee Marvin gibt den Banditen Harry Spikes. Und unter den drei jüngeren Darstellern verbirgt sich der rothaarige Ron Howard, der als Blockbuster-Filmemacher schon jetzt Filmhistorie schrieb. Aus seiner Regiefeder stammen beispielsweise Backdraft, A Beautiful Mind und Der Da Vinci Code.
Eine simple, aber dramaturgisch gute Story: der junge Will und seine Freunde leben ein monotones, völlig unspektakuläres Dasein und auf den Riesen-Ranchen ihrer Väter. Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer haust lediglich in ihren träumen. Eines Tages aber treffen sie auf den alten Harry Spikes, einen reinen Banditen wie er im Buche steht. Dieser nimmt sich der drei Freunde an und animiert sie zu einem Bankraub. Doch dieser Überfall geht gehörig daneben, so dass sie sich auf allen Wanted -Plakaten wieder finden, tot oder lebendig. Der Grund: Bei dem dilettantischen Unterfangen wurde ein Mann getötet.
Ein klassischer Zieh-und-stirb!-Western mit den bekannten Mechanismen aus Schuld, Sühne und Revanche. Besonders nett anzuschauen ist, wie Lee Marvin die Rolle des betagten Banditen spielt, vor allem sein geläuterter Wandel am Ende des Films. Vorher lässt er sich aber nicht nehmen, als Mentor auf seine ganz spezielle Art für die Youngsters einzutreten. Nostalgiker werden sich wieder einmal sehr an diesem Klassik-Juwel aus dem hause Koch media erfreuen. Ein absoluter Klassiker aber auch der US-amerikanische Vorzeig-Darsteller Lee Marvin, (1924-1987, zunächst viel im TV zu bestaunen, dann, ab den Sechzigern ein zelebrierter Star im Westerngenre, wie beispielsweise in "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" auf. Ob als gnadenloser Killer, zu tougher Sergeant, Marvin war für die Parts der schweigsamen, grimmigen Typen einfach prädestiniert. Zu den herausragenden Interpretationen zählt sein Doppelpart in "Cat Ballou", für er für den Oscar auch verdientermaßen gekürt würde. Musikalisch machte er auch müde Männer munter, und zwar 1970 mit dem Song "Wandrin' Star" …
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