OSS 117
Der lustigste Bond aller Zeiten!
Der süffisante und stümperhafte Spion mit der Lizenz zum Tritt ins Lächerliche treibt es 1955 im Auftrag der Regierung nach Kairo, einen Hort von Geheimagenten aus aller Herren Länder: OSS 117 ist ein arroganter Einfalts-Pinsel, der völlig durch das ihm fremde Land stolpert wie ein Elefant durch den Porzellanladen. Für sein ästhetisches Empfinden ist es ein Unding, dass die Autos in der Wüstenregion überhaupt voller taub sind. Der Muezzin, der mit seinem Ruf zum Morgengebet den Schönheitsschlaf des Agenten stört, wird kurzerhand auf Eis gelegt. Und die arabische Sprache? Das ist eine unverständliches kauderwelsch mit unleserlichem Hyroglyphen. Unter dem schönen Deckmantel der Tierzucht wird hier gegenseitig sabotiert und spioniert. Ein befreundeter Agent ist verschwunden, auch ein russischer Frachter, der Waffen an Bord hatte. Wie all dies mit den muslimischen Adlern des Cheops, der Rache eines Nazis (Richard Sammel) und der Familie des gestürzten Königs zusammenhängt, erschließt sich OSS 117 nicht auf Anhieb. Studiert er doch lieber das Wesen der Hühnerzucht sowie die Damenwelt, wenn er nicht gerade den Muezzin verdrischt, durch Kairos Gassen irrt oder Fotos des französischen Präsidenten verschenkt. Dank Oliver Kalkofes charismatischer Synchronisation sind die ägyptischen Abenteuer der ultimativen französischen Geheimwaffe nun auf DVD und Blu Ray zu bestaunen und für jeden Fan gehobenen Unsinns ein absolutes Must See-Movie:
Zur Genese: 007-Schöpfer Ian Fleming, der während des Zweiten Weltkriegs selbst britischer Geheimdienstangehöriger war, entwickelte die Figur James Bond vermutlich nach dem Vorbild des britischen Marineoffiziers Patrick Dalzel-Job, der im Zweiten Weltkrieg erfolgreich hinter den feindlichen Linien spionierte. Den Namen übernahm Fleming von dem Ornithologen James Bond, auf dessen Buch „: Vögel der Antillen) er gestoßen war. Die Bond-Filme wurden immer wieder parodiert: Zum ersten Mal wohl vom Carry-On-Team in Ist ja irre – Agenten auf dem Pulverfaß (1964) und in der US-Zeichentrickserie Geheimer Eichkater (Secret Squirrel), die von 1965 bis 1968 produziert wurde. Im Jahr 1966 entstand Leise flüstern die Pistolen mit Dean Martin als „Matt Helm“. Es folgten vier Filme und 27 Romane von Donald Hamilton. 1967 hagelte es dann Casino Royal, eine Persiflage. Sie wird trotz aller Unterschiede zuweilen zu den Bond-Filmen gezählt, da sie auf Ian Flemings gleichnamigem Roman basiert. Zahlreiche Schauspieler (Peter Sellers oder David Niven) agieren als James Bond. Der Film ist eine Art Vorläufer von Austin Powers. Agent 327, eine Comicserie des niederländischen Zeichners Martin Lodewijk. In der Neuverfilmung von Der rosarote Panther hat Clive Owen einen Gastauftritt als 006, worauf Steve Martin süffisant meint „Ah, zur Superzahl hat es nicht gereicht“. Clive Owen galt damals als heißer Kandidat für die Neuverfilmung „Casino Royale“. Nicht zu vergessen der Actioner True Lies mit Arnold Schwarzenegger.
Anbieter: Koch Media
