Grüne Tomaten
Ninny (Jessica Tandy) zurzeit im Altenheim, nimmt Evelyn Couch (Kathy Bates) mit auf die Zeitreise, indem sie ihr die groteske Geschichte zweier Frauen erzählt. Ruth (Mary-Louise Parker) ganz der weißen Südstaaten-Tradition verhaftet, ehelicht gehorsam den Wunschgatten ihrer Eltern. Idgie dagegen, die verblüffend Ninny ähnelt, ist lesbisch und selbstbewusst. Ruth’ Ehe mit Frank (Nick Searcy) wird zur Hölle. Als Idgie ihre alte Freundin nach Jahren besucht, trifft sie eine verunsicherte, von ihrem Mann geschundene Frau, von der sie zunächst wieder weggeschickt wird. Erst beim zweiten Besuch hat die burschikose Idgie Erfolg: Ruth lässt sich von ihr aus der Ehehölle entführen. Die beiden eröffnen in dem kleinen Kaff Whistle Stop (Alabama), direkt an der Bahnlinie ein Café. Der Schwarze Big George (Stan Shaw) geht ihnen dabei ebenso zur Hand wie seine Mutter Sipsey (Cicely Tyson). Klar, dieses Etablissement istein Fall für die reaktionären Wächter des Ku-Klux-Klan. Und auch für Frank, der plötzlich auftaucht, seinen in Whistle Stop geborenen Sohn zu holen. Als Frank wie vom Erdboden verschluckt wird, verdächtigt der Sheriff Idgie des Mordes, kann jedoch keine Beweise finden. Erst ein Zufall bringt sie und Big George Jahre später vor Gericht, von dem sie freigesprochen werden. Zwar unter den falschen Voraussetzungen, doch zu Recht, obwohl Ruth nie erfahren wird, wer tatsächlich den brutalen Frank beseitigte, vor allem wie…
Grüne Tomaten, der unter anderem 1992 für Jessica Tandy als Beste Nebendarstellerin und für das Beste Drehbuch von Fannie Flagg – ebenfalls Autorin der Romanvorlage Fried Green Tomatoes at the Whistle Stop Cafe – und Carol Sobieski zweifach für den Oscar nominiert wurde, ist ein Feel Good Movie für Frauen über Vertrauen und Freundschaft, vor allem aber über die Emanzipation zuzeiten des repressiven Südstaaten- Amerikas in den 1930iger Jahren. Nicht nur die stark auftretenden Protagonistinnen exponierten diese wunderschöne Tragikomödie zum einem kultigen Jahrhundert-Highlight. Wie immer faszinierte auch die verstorbene Jessica Tandy mit ihrer einzigartigen Mimik. Diese wachen und fröhlichen Augen im Gesicht der alten Dame waren so wuchtig und warmherzig, man musste sie einfach lieben; und nicht grundlos gilt sie als eine der besten Darstellerinnen schlechthin. Wie heißt es so schön in den (giftigen) grünen Tomaten: „Wenn wir jetzt an Liebe denken und damit automatisch auch an Ehe, was ist dann das erste, was ihnen dazu einfällt?" - "Die Scheidung…“. Diese Scheidung endet hier bizarr, denn Frank endet als wohlschmeckendes Barbecue. bemerkenswert vor allem eines: Jon Avnets „Grüne Tomaten“ schaffte den komplizierten Spagat, zwei parallel laufende und zeitlich voneinander getrennte Handlungsverläufe so miteinander zu synthetisieren, dass sie dennoch ein herrliches und homogenes Ganzes ergeben.
Anbieter: Kinowelt

