Firepower
Die Abkassierer
Ein bemerkenswertes Oldiehighlight aus dem Jahre 1979 mit einem Staraufgebot der Sonderklasse: „Firepower“ mit James Coburn, Sophia Loren und O.J. Simpson ist in Deutschland bislang nicht auf DVD lanciert worden. Der Berliner Ausnahmeanbieter Epix sorgt nun dafür, und das in einer ungewöhnlich guten Bild- und Tonqualität. Der milliardenschwere Großkriminelle Carl Stegner (George Touliatos) lässt einen Kronzeugen in die Luft sprengen, der gegen Stegner wegen dessen verbrecherischer Machenschaften aussagen will. Die Ehefrau des Opfers, die attraktive Adele Tasca (Sophia Loren) sinnt auf bittere Rache. Zusammen mit dem robusten Auftragskiller Jerry Fanon (James Coburn) und dessen Gehilfe Catlett (O.J. Simpson) reist sie auf eine Karibikinsel, um dort nach Stegner zu suchen. Zwischen Adele und Jerry flammt eine Affäre aus früheren Tagen neu auf und das Personenkarussell um Stegner und seine gewieften Komplizen beginnt sich zu drehen. Nichts ist wie es scheint und der verbrecherische Industrielle überlegt jeden Schritt zweimal. Die Lage für Fanon, Catlett und nicht zuletzt Adele immer prekärer…
Ein zur damaligen Zeit atemberaubender Thriller mit vielen geschickten Wendungen und dramaturgischen Twists. Eine gut durchdachte Story sowie gewohnt routinierte A-Garde-Mimen sorgen für nostalgisches Krimivergnügen.
Mit von der packenden Partie ist der auch im wahrsten Sinne des Wortes große James Coburn (31.08 1928 – 18.11.2002), das legendäre As der Nebenrollen und einer der größten Western-Darsteller aller Zeiten. Erstartete seine Karriere in den 50er-Jahren wie viele seiner Kollegen mit Werbespots. Es folgten Auftritte in Western-Serien wie "Bonanza", "Rawhide" und "The Rifleman". In dem Western "Ride Lonesome" (1959) war Coburn dann zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen. Entscheidender war jedoch sein Part als Messerwerfer an der Seite von Yul Brynner in "Die Glorreichen Sieben" (1960). Coburn gelang zwar nicht der große Sprung zum gefragten Hauptdarsteller, wie seinen Filmpartnern Steve McQueen und Charles Bronson, seine Rolle war schließlich auf wenige Sätze begrenzt, er konnte sich aber durch sein authentisches Spiel als Star des archaisch konventionellen Hollywoods schlechthin. Mit 40 erkrankte Coburn an Arthritis, die der Anlass dafür war, dass er sich in den 1980er Jahren vorübergehend aus dem Filmgeschäft zurückzog. Er wirkte in über 100 Filmen mit. Coburn war darüber hinaus Jeet-Kune-Do-Schüler von Bruce Lee. Coburn wurde viel zu spät geehrt. Den erhielt der hagere Draufgänger für die beste männliche Nebenrolle in Paul Schraders "Der Gejagte", wo er 1998 heftige Querelen in mit seinem Sohn, dem Cop (Nick Nolte) in einer Kleinstadt, auszufechten hat.
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