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Evil Ground

Von: Jean Lüdeke

Trotz moderner Mittel halten die Bauern dort an ihren selbst kreierten
Schreckgespenstern fest, die vor allem zu Zeiten der Saat im Frühjahr und jetzt im Herbst zum Einsatz kommen, um den Körner pickenden Krähen das Fürchten zu lehren: Der Schrecken hängt im Kornfeld: herrlicher Edeltrash, eingebettet in der üblichen sinistren Rachegeschichte: Im Jahr 1896 nageln die Einwohner von Hope Menschen an Kreuze, auf dass sie als lebende Vogelscheuchen die Krähen von den Feldern fernhalten. Von den wütenden Bürgern aus Liberty wurde Hathaway gekreuzigt und verbrannt, doch sein Geist blieb in der Erde recht vivide, in der man seine verkohlten Überreste verscharrte, und wartet auf die Chance zur Wiedergeburt. Auch im 21. Jahrhundert blieben die Menschen in Hope ihrem Prediger und der Opfer-Tradition treu.
Darüber hinaus halten alle sorgsam die Augen nach einer passenden Kandidatin auf, in deren Baby Hathaways Geist fahren soll. Die junge Elizabeth Chambers, die, wie soll es anders sein, ein Motorschaden in Hope festsetzt, soll diese Rolle übernehmen. Erst wenige Wochen zuvor hatte sie ihr Kind verloren. Der Reporterin Sarah Austin ist es inzwischen versehentlich gelungen, Hathaway aus seinem Grab zu beschwören. Er hat die Gestalt einer furchterregenden Vogelscheuche übernommen, die nun auf der Suche nach Liz und einige naive Hope-Bürger meuchelnd durch die Nacht schleicht. Der Sheriff und seine Gehilfen, sind, wie genormt in diesem Genre, von  einer Geistesgabe gesegnet, die nicht einmal den IQ einer warmen Frikadelle erreicht, und so fahren sie auch bald in den Hades. Liz muß nun allein den Kampf gegen die gut gestylte Kreatur aufnehmen. Und nicht nur das, ein kleines Mädchen gilt es auch zu retten, bis zum Morgengrauen. Engagiert agierende Laiendarsteller, viele Schrecksekunden, gewürzt mit packenden totalen auf das Monster, (bewegt es sich, oder nicht), sowie die üblichen Filettiereinlagen, gestalten dieses kleine Movie zum sehbaren Genrekost der ganz gewöhnlichen Art.

Übrigens: Als sich Sammler und Hirten um europäischen Raum vor rund
10 000 Jahren zu Bauern mauserten tauchte irgendwann mit der Saat von
Getreide, später auch von Mais, auch das Problem der Vögel auf. Und da Vögel vor Menschen wegfliegen, lag der Gedanke nicht fern, eine menschenähnliche Kreatur zu schaffen, um Krähen oder Raben von der Saat fernzuhalten. So entstand die simple Vogelscheuche, eine Attrappe, die selbst Asien, Indien, China und Japan Wirkung effektiv war. Im Mittelalter kannte man die Vogelscheuche unter verschiedenen Namen, in dieser „heidnischen “Epoche galten Krähen und Raben als Boten des Unglücks. Häufig wurden sie mit dem Tod in Verbindung gebracht. Zusammen mit der oft dämonenartigen Kreatur der Vogelscheuche lieferten sie reichlich Stoff für schaurige Geschichten, Mythen und Märchen. Und natürlich für den Horrorfilm.


Anbieter: Sunfilm

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