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Der Mann der vom Himmel fiel

Von: Jean Lüdeke

Flash ist Pflicht!



Ein Jahrhundert - Kultmovie: Nicolas Roeg schildert in seinem von experimentellen Versatzstücken verbrämten Kultmovie die Imponderabilien von Verständnis und Kommunikation, eingebettet in eine Story über einen genialen Außenseiter, der bedingt durch seine Visionen für seine Umwelt scheinbar gefährlich wird, und von dieser unfreiwillig "Down to Earth" delegiert wird. Dabei ist es nicht wichtig ob es sich um wirklich um einen Außerirdischen handelt.

Eine konfliktuöse Thematik, die auch heuer immer akuter wird: Wasser. Auf der Suche nach dem lebenswichtigen Element für seinen wüstenartigen Heimatplaneten landet ein Fremder (der androgyne David Bowie at his best) auf die Erde, erreicht dank seiner umfassenden Intelligenz zu Ruhm und Reichtum, wird aber schließlich physisch und psychisch derart destruktiv malträtiert, dass er – im Gegensatz zu E.T. nicht mehr nach Hause zurückkehren kann: Sein Planet verdurstet durch die Trockenheit, während sich der ewig jugendliche neue Mensch in Dekadenz und Depression versteift. Auf der auf der gleichnamigen Vorlage von Walter Tevis basierend, gelang dem Ausnahmefilmer Roeg ein bizarrer und extravaganter Science-Fiction-Film, der Film- und Musikhistorie schrieb, nicht nur wegen seiner Thematik, nein vor allem wegen seiner posthippiesken Machart entstanden, dabei fokussiert er – wie so oft - die fatale Begegnung extremer Charaktere aus völlig polarensozialen und kulturellen Bereichen, die alle nur eines suchen, das Absolute, das menschliche, die Kommunikation vereint in ihrer Suche, ihrer Sehnsucht nach dem Absoluten, aber unfähig zur echten zwischenmenschlichen Kommunikation.

 Ein besonderes Bonbon stellt diese bittere Parabel auch für Popfans dar, enthält dieses bizarre und dichotomische Werk doch legendäre Evergreener wie "Ziggy Stardust", "Space Oddity" oder "Changes" dar. En passent gibt es für detailverliebte Fans diverse Versatzstücke wie die Wüstenszenen nahe dem legendären Sperrgebiet Roswell, NM, Anspielungen auf den vermeintlichen  UFO-Absturz 1947, der bis heute noch die Gemüter erhitzt. Für Bowie, der zu dieser Zeit bereits mit enervierenden und sedierenden Drogen gleichermaßen gezeichnet schien, bot dieser Film die Möglichkeit, sein Glamrock-Image als „Rock-Starman“ zu manierieren und zu stilisieren, das über oberflächliche Pop-Ikonographie weit hinausschoß. Der ursprünglich geplante Bowie-Soundtrack, erstmalig auf der LP „Station to Station“ von 1976 zu hören, wurde von Roeg zugunsten eines abstrakten Scores mit asiatischen Elementen gewürzt.



Anbieter: Arthaus

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