Bonjour Sagan
„Leute, die auf Rosen gebettet sind, verraten sich dadurch, daß sie immerzu über die Dornen jammern“, dieser Aphorismus stammt von ihr, dem frechen Spatz aus Trouville: Eine leidenschaftliche, exzessive und hingebungsvolle Frau, war sie, diese Françoise Quoirez, alias Sagan, die, gerade einmal 18 Jahre alt, allererste Zeilen von "Bonjour Tristesse" schrieb. Ein Roman dessen schier unglaublicher Welterfolg das Märchen von "der Sagan" erschuf. Die Schriftstellerin ist bis heuer ein umstrittener Mythos voller Facetten, Lieben und Skandalen, hinter dem man eine Frau findet, die man als Querdenkerin betrachten sollte. Eben frei zu lieben, frei zu schreiben und frei zu teilen.
Eine wahre Filmperle ist dieses filmische Biopic, des ersten Popstars Frankreichs, der Sagan (1935-2004). Mit dem Sensationserfolg ihres früh geschriebenen Erstlingsromans “Bonjour Tristesse” brachte sie die Grande Nation, vor allem die spießige Damenwelt in Aufruhr. Einige ihrer Werke wurden adaptiert, wie “Lieben Sie Brahms?” (1959) oder “Brennender Sommer” aus dem Jahre 1985. Der Film zeichnet eine dichotomische, komplizierte Persönlichkeit zwischen Rebellion und Anpassung, Freiheitswillen, Kokain – und Liebessehnsucht. Sylvie Testud verkörpert sie, voller Nunancen und voller Kraft. Ein bewegender Arthaus-Film, chic fotografiert in der rauen normannischen Meer-Kulisse von Honfleur bis Deauville. „Viele, von denen man glaubt, sie seien gestorben, sind bloss verheiratet“, allein dieser Satz bezeugt ihre existentialistische und nihilistische Attitüde zwischen Auf- und Abbruch.
Françoise Sagan (Quoirez) wurde am 21. Juni 1935 als Tochter eines französischen Großindustriellen in Südfrankreich geboren und später in Klosterinternaten erzogen. "Spuren der klassischen Tragödie im wirklichen Leben", wählte sie 1952 im Fach Französisch als Prüfungsthema für ihr Abitur. Das Literaturstudium an der Sorbonne brach sie vorzeitig ab, aber im Alter von achtzehn Jahren verfasste sie innerhalb weniger Wochen ihren ersten Roman: "Bonjour Tristesse". Die Startauflage betrug 4200. Rasch musste nachgedruckt werden, denn "der freizügige Roman über eine sehr junge Frau und ihrer Liaison zum älteren anderen Geschlecht wurde zum Bestseller, von dem innerhalb von fünf Jahren vier Millionen Exemplare in etlichen Sprachen über die Ladentheken gingen. Ihre beiden Ehen scheiterten nach kurzer Zeit. Sie trank, konsumierte Koks wie andere Hustenpastillen im Dezember und war obendrein spielsüchtig. Klar, im Jahre 1990 wurde sie deshalb zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verdonnert. Ein Jahr auf Bewährung bekam sie auch 2002, diesmal jedoch wegen Steuerhinterziehung. Kurz gesagt, eine bewegte und bewegende Vita, weist sie vor, diese unsterbliche Luxus-Revoluzzerin.
Anbieter: Schwarzweiß-Filmverleih

