Banditen
Alarmstufe Rot!: Vor der Alamo Savings Bank in Los Angeles. Draußen wartet eine Hundertschaft von Cops, Journalisten und Schaulustigen drinnen das Bankräuberduo Joe (Bruce Willis) und Terry (Billy Bob Thornton), deren professionelle Bankeinbrüche unter dem Namen Overnight Ganoven mit erschreckender Faszination verfolgt werden. Nun beginnen die beiden, wie sie in diese aussichtslose Situation kommen konnten. Einen Tag später berichtet Moderator Darren Head In der Sendung "Criminals At Large" von Joes und Terrys letztem Einbruch, der damit endete, dass sich die beiden Verbrecher, übrigens die erfolgreichsten Bankräuber der Geschichte, gegenseitig niederstreckten. Gagreich inszeniert, dieses Buddy-Movie, bei der sich konträre Typisierungen vereinen. Macho-Charmeur Joe (Bruce Willis) und sein weichwolliger Knastkumpel Terry (Billy Bob Thornton) sind aus dem Zuchthaus ausgebüxt. Auf ihrem desaströsen Weg nach Mexiko bessern sie ihre Reisekasse mit schrägen Banküberfällen auf, die zur Augenweide werden. Die Gentlemen bitten zur Kasse: sie stellen sich den Direktoren der Banken, die sie ausgespäht haben, bereits abends zuvor vor und planen das Riffifi- Husarenstückminutiös. Und feminine Schützenhilfe bekommen die beiden obendrein. Keine Geringere als Cate Blanchett ist die reizende Kumpanin Kate Wheeler. Eine genervte Anwaltsfrau, die gerne Bonnie Tyler hört und von Heroen heimlich träumt. Schließlich bekommt sie hier gleich zwei serviert.
Keine Frage, Altmeister Barry Levinson hat- auch wenn er mit Filmen wie "Rain Man" (1988) und "Sleepers" (1996) sein dramatisches Können bewies ein Händchen fürs Komische und Kriminelle. Banditen ist ein verniedlichter Begriff, den die Allgemeinheit augenzwinkernd verfolgt. Wehmütige Erinnerungen werden hier revitalisiert an die legendäre Vorstellung von Paul Newman und Robert Redford, die als Butch Cassidy und Sundance Kid die Herzen der globalen Filmwelt eroberten. Auch nicht übel, Robert De Niro und Billy Crystal, die sich in "Reine Nervensache" ebenfalls herrlich antagonistisch ergänzten. Allesamt durchgeknallte Dream-Teamplayer, die verbotene Sympathie erheischen. Die Kosten betrugen ca. 80 Millionen US-Dollar und wurden von Metro Goldwyn Mayer und der Produktionsfirma Hyde Park Entertainment finanziert. Die Besetzungsliste liest sich wie das Who is Who der Schauspiel-Walhalla. Billy Bob Thornton und Cate Blanchett wurden für den Filmpreis Golden Globe Award nominiert und gewannen den Florida Film Critics Circle Award. Cate Blanchett wurde außerdem für den Screen Actors Guild Award und den AFI Film Award nominiert. Billy Bob Thornton gewann den National Board of Review Award. Übrigens: Die Inneneinrichtung im Haus des Journalisten, in dem die schweren Jungs „ihre“ Geschichte erzählen, wurde auch in The Big Lebowski (1998) genutzt; es ist die Sheats- Goldstein- Residenz des Architekten John Lautner.
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