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Russian Transporter

Von: Jean Lüdeke

Russian Transporter

Eigentlich heißt dieses QAction-Movie nicht Russian Transporter, sondern “Nepobedimij”, aber findige Marketingler haben in Anlehnung  an Jason Stathams Transporter diesen videothekenträchtigen Titel kreiert. Der Top-Agent Yegor Kremnyov samt eines Spezial-Trüppchens des Geheimdienstes einen wichtigen Zeugen in Malta abholen. Doch dabei geraten sie in einen Hinterhalt, den nur der wachere Held Yegor überlebt. Er soll diesen wichtigen Ausplauderer möglichst in einem Stückzurückzubringen. Seine Gegner sind aber mächtige wie skrupellose Oligarchen, jene schwerreichen und korrupten Geld- und Politikmacher mit allzu guten verbindungen zum Geheimdienst, Militär und der Mafia. Und diese munteren leute wollen natürlich den unfreiwilligen Ausflug mit aller Gewalt beenden, und zwar final. Russlands actiongeladener Gegenschlag auf westliche Haudrauf-Heroen wie Diesel, Segal und Co. Wilde Verfolgungsjagden, brachiale Ballereien, intrigante Vorgesetzte, perfide Schweine, sowie saloppe Sprüche machen diese Produktion zum Ausleihobjekt für puristische Actionfreaks, die eher physisch statt psychisch konditioniert undausgerichtet sind.
Keine Frage, Russland orientiert sich in den letzten jahren in der machart an Hollywood: Die Wende kam urplötzlich und weltweit verblüffend im Jahre 2005 mit Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor aus: aus Der Herr der Ringe, Matrix und anderen Blockbustern wurden Elemente gemischt, neu zusammengefügt und das Ergebnis mit einem für Russland beispiellosen PR-Aufwand in die westlichen Kinos gebracht. Doch auch hier bleibt sich der russische Film treu: es gibt keine Helden, nur ewige Verlierer und Düsternis.
Insgesamt lässt sich in den letzten Jahren (2004 bis 2008) ein enormer Anstieg der Kinobesuche in Russland nachvollziehen – während im Großteil des übrigen Europa die Kinobesuchszahlen in den letzten Jahren bestenfalls stagnierten. Ebenfalls außergewöhnlich ist hierbei, dass die russische Filmproduktion bei der beinahen Verdoppelung der Kinobesuche ihren – im Vergleich mit Europa überdurchschnittlich hohen – Marktanteil, der seit 2005 stets über einem Viertel an allen Kinobesuchen in Russland liegt, halten konnte. Besonders beliebt ist Action und Amüsement. Vorbei also die Zeiten der bleiernen Politdramen? Man weiß es nicht ganz genau. Fest steht. es ist nach wie vor eher ungesund, in der Sowjetunion Staatsmacht und Staatsgewalt öffentlich in laufenden Bildern anzuprangern.[


Anbieter: Sunfilm