Quicksilver Pro France 2009
Die Surf-Elite trifft bei der ASP World Tour aufeinander!
„ASP“ steht nicht nur für „the Association of Surfing Professionals“, sondern für einen Verband, der es seit 1983 schafft die einzelnen Kontinente samt Bewohner unter dem Motto des Surfens miteinander zu vereinen. Die ASP World Tour umfasst insgesamt zehn Stopps, die über den kompletten Globus verteilt in folgende sieben Regionen aufgeteilt sind: Afrika, Japan, Australasien, Europa, Hawaii, Nord- und Südamerika. Jeweils die 45 besten männlichen und 17 weiblichen Surfer der Welt nehmen an dieser Tour teil und reisen mit ihren Brettern im Gepäck von einem Traumstrand zum nächsten.
Erstmalig in diesem Jahr führt sie der siebte Stopp vom 23. September bis zum 4. Oktober nach Europa. Die Strecke, von dem an der französischen südwestlichen Atlantikküste gelegenen „Hossegor“ bis hin zur spanischen Grenze, zählt zu den begehrtesten Surfgebieten des Planeten. Aber wie kommt es, dass ausgerechnet unser Nachbarland mit den besten Wellen weit und breit dienen kann? Napoleon war`s schuld! Der kleine Mensch aus dem 18. Jhd. hat nicht nur auf Seiten der Geschichtsbücher seine Spuren hinterlassen. Er vergriff sich damals schon auch tatsächlich an der Mutter Natur und veränderte sie so nachhaltig, dass er, ohne es zu ahnen versteht sich, ein wahres Surfparadies geschaffen hat. Er leitete damals den Fluss „Ardour“ aus seiner ursprünglichen Mündung in „Hossegor“ einfach um, weil er in dem ca. 33 km weiter südlich gelegenen „Bayonne“ einen neuen Hafen errichten wollte. Der besonders tiefe Fluss, der den geschmolzenen Schnee der Pyrenäen von tausenden von Jahren mit sich führte, stieß plötzlich mit dem Golf „De Capbreton“ zusammen, welcher eine riesige Unterwasserwoge nach sich zieht. In dieser Kombination formten sie auf dem Meeresgrund einen der tiefsten Krater im ganzen Atlantik. Wahren Surfkennern muss ich an dieser Stelle nicht erklären, dass die besten Wellen aus dem tiefsten Wasser kommen um anschließend an einer sehr flachen Küste gebrochen zu werden. Voilà: Hossegor! Mit seinen schlauchförmigen Wogen sorgt das französische Städtchen für eine explosive Mischung. Sollte es allerdings nicht für die perfekten Wellen reichen, steuert das mobile Event einfach spontan einen der anderen angrenzenden Spots wie z.B. „Seignosse“ oder „Saint-Jean-de-Luz“ an. Auf diese Weise sind die Veranstalter in der Lage stets kurzfristig für optimale Konditionen, was die Größe der Wellen, ihre Form, den Wind und die Gezeiten anbelangt, zu sorgen.
Bald ist es also soweit, und wer die Möglichkeit hat, sollte sich diesen Contest, bei dem es darum geht am Ende der Welt Tour den absolut besten Surfer überhaupt zu küren, nicht entgehen lassen. Laut dem aktuellen Ranking belegt der Australier Joel Parkinson den ersten Platz. Er kann mit den Stopps am „Gold Coast“ und „Bells Beach“ (beide Australien) sowie am Jeffreys Bay (Südafrika) mittlerweile drei Siege verbuchen und seinen Anspruch auf den Weltmeistertitel 2009 weiter ausbauen. Aber auch um die Plätze zwei bis vier gibt es momentan ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem einstigen Weltmeister CJ Hobgood aus den USA, dem Brasilianer Adriano de Souza und dem Australier Taj Barrow. Kelly Slater übrigens, der Mann der seit Jahren schon die Wellen rockt wie kein Anderer, liegt trotz seines Sieges in „Imbituba“ (Brasilien) zur Zeit nur auf dem achten Rang. Aber wer weiß, selbst er hätte rein theoretisch noch Chancen auf seinen zehnten Weltmeistertitel. Ansonsten kann man 2009 besonderen Stolzes behaupten, dass zum ersten Mal so viele europäische Surfer bei der Tour mit am Start sind wie nie zuvor. Innerhalb nur einer Saison stieg ihre Zahl von vier auf sieben und unter den drei Newcomern ist mit Marlon Lipke sogar ein Deutscher zu finden.
Darüber hinaus dient die ASP World Tour als Schauplatz für ein einmaliges Konzert von YUKSEK. Der aus Reims stammende Pierre-Alexandre Busson gliedert sich in die Reihe von Künstlern wie Daft Punk, Justice und Air ein und wird am Freitag, dem 25. September im Rahmen des Quicksilver Pro France auf dem Place des Landais, in Hossegor live auftreten.
Deswegen, wer noch Resturlaub hat oder einfach nur ein Wochenende lang Sommer, Sonne erleben und nebenbei Zuschauer des bekanntesten Surf-Cups ever werden möchte, sollte Ende September die Atlantikküste Frankreichs ansteuern.

