Blood Tea and Red String
Dieses mehrfach auf Filmfestivals prämierte, virulente Werk von Christiane Cegavske ist ein einziges schräges Sammelsurium, eine verrückte Fülle an irren Ideen und der krassen Gegensätze.
Blood Tea and Red String
Dieses mehrfach auf Filmfestivals prämierte, virulente Werk von Christiane Cegavske ist ein einziges schräges Sammelsurium, eine verrückte Fülle an irren Ideen und der krassen Gegensätze. Traum und Schrecken zugleich. Schön und doch tragisch, besonders in seiner Form und gerade deswegen sehr faszinierend anzuschauen:
Die Kreaturen unter der Eiche sollen für die weißen Mäuse in den feinen Roben eine Puppe nähen nach dem Bildnis einer schönen Frau. Die Kreaturen verlieben sich jedoch in ihre Schöpfung und geben sie nicht her. Da entführen die weißen Mäuse die Puppe in ihr Schloss. Die Kreaturen eilen hinterher und begegnen auf abenteuerlichen Wegen so absonderlichen Gestalten wie den drogenkundigen Froschkönigen oder der Spinne mit dem Damenhaupt. Unterdessen brütet die Puppe in Gesellschaft der Mäuse etwas aus.
So vereinigt der Puppentrickfilm die Schwierigkeiten des Trick- und Realfilms. Wie im ersteren muss der Animator jedes Bildelement eigenhändig gestalten und anschließend wie in letzterem einen dreidimensionalen Raum modellieren. Freilich, und das vielleicht die größte Schwierigkeit überhaupt, modelliert er den Raum nicht kontinuierlich, sondern in mühevollen Einzelbildern per sogenannter Stop-Motion-Puppenanimation. Erzählt wird eine simple Story in chronologischer Weise, auch Kinder könnten daran ihre Freude haben, wenn nicht diverse Gewaltdarstellungen darin vorkämen. Ob dies vorteilhaft oder nachteilig ist, sei dahingestellt. Dennoch, Christiane Cegavske versteht augenscheinlich ihr diffiziles Handwerk. Über 13 lange Jahre soll sie an diesem schimärischen Panoptikum gewerkelt haben. Blood Tea and Red String ist der umso eigenwillige, eigene Film, wie ein Film nur seinen Schöpfer fokussieren kann. Vergleiche mit David Lynch, Jan Svankmajer oder Edgar Allan Poe seien allegorisch gestattet.
Keine Frage, Blood Tea“, das sind saufende Mäuse, ein weiser Frosch, eine gierige „Schwarze Witwe“ und die liebenswürdigen wunderbaren Wesen im braunen Fellkleid. Sie lassen die momentane triste Winterzeit flugs vergessen und halten anstrengende und anspruchsvolle 70 lange Minuten bereit, die dem Zuschauer so schnell nicht wieder aus dem Gedächtnis verschwinden werden. Schimärisch, schrecklich, schön. Über 13 lange Jahre harter Arbeit seitens der Regisseurin waren also nicht umsonst, sondern für dieses wunderbare Kleinod gerade gut genug. Für Freaks und Freunde des etwas sehr anderen Films eine wahre Augenweide.
