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Wii Music

 

Music mit einem anderen Musikspiel zu vergleichen wäre so, als würde man Fußball mit Hallen-Jojo vergleichen. Oder ein Skateboard mit einem Auto...

Wii Music

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Titel: Wii Music
Genre: Musikspiel
Hersteller/Entwickler: Nintendo/Nintendo
System: Wii
USK: frei ohne Altersbeschränkung

Wii Music ist in aller Munde.
Oder eigentlich ja vielmehr in aller Ohren.
Ganz zu Beginn muss man sich als passionierter Gamer jedoch die Frage stellen, ob man „Wii Music“, was zweifelsfrei auf der aktuellen Welle der Musikspiele mitreitet, in eine Schublade mit den „Guitar Heroes“ und „Singstars“ dieser Welt steckt.
Denn ganz eigentlich funktioniert das nicht.

Wii Music mit einem anderen Musikspiel zu vergleichen wäre so, als würde man Fußball mit Hallen-Jojo vergleichen. Oder ein Skateboard mit einem Auto.

Gehen wir also ganz unbefangen an die Sache heran und lassen uns von dem überraschen, was der Titel zu bieten hat.

Gleich zu Anfang des Spiels treffen wir einen dieser etwas nervigen Lehrmeister, wie man sie aus vielen Nintendo-Spielen kennt. Es ist Herr Tutori, der uns lang und breit erklärt, wie man bei „Wii Music“ musiziert. Und das ist gar nicht so schwierig.
Abhängig vom Instrument ist es sogar kinderleicht.
Wii-Remote und Nunchuk werden zur Gitarre, zum Schlagzeug, zum Piano, oder zur Trompete.
Ganze 60 Instrumente stehen im Spiel zur Auswahl.
Wie fängt man an?

Die Antwort: ganz klein und einfach.
Der erste Schritt ist: Lerne zu spielen.
Dabei kommt man sich am Anfang, wie so oft bei der Bewegungs-Steuerung der Wii ein wenig albern vor.
Nunchuck und Remote werden im Takt, sofern man ihn den halten kann, hin und hergeschwungen, als hätte man ein Piano, ein Schlagzeug oder eine Gitarre vor sich.
Das ist wirklich eingängig und lässt den eingefleischteren Zocker schnell begreifen für wen dieses Spiel gemacht ist: für Kinder und Erwachsene, die mit Videospielen nicht so viel Erfahrung haben.

Überraschend gut funktioniert das Spiel trotzdem für alle, die sich ein wenig mehr mit Musik beschäftigen, als sie nur im Radio zu hören.
Die Lieder lassen sich nämlich nicht bloß einfach nachspielen, sondern auch „interpretieren“.
Hier mal eine Note mehr gespielt, da einen kleinen Tempus-Wechsel, hier mal ein kleines Schlagzeug-Solo eingestreut.
Das alles funktioniert wunderbar und die Software verarbeitet die Extra-Noten zu 95% sinnvoll in Melodie-Ergänzungen.
Eben noch den Song „Bruder Jakob“ in seiner vorgegebenen Version nachgespielt?
Wie wäre es jetzt mit einer Rock-Interpretation? Oder einer Reggae-Variante?
Jeder Song besteht nämlich aus bis zu sechs Parts.
1.Stimme, 2.Stimme, Akkorde, Perkussion, 2.Perkussion und Bass.
Warum nicht hintereinander im „Overdubbing“-Modus ein Lied völlig nach den eigenen Vorstellungen neu einspielen? Dabei übernimmt man hintereinander, oder mit bis zu drei Mitspielern die verschiedenen Parts und bastelt sich seine eigene Version von „Bruder Jakob“ oder irgendeinem der anderen unzähligen Songs.
Das Ganze lässt sich dann noch als Clip speichern und mit einer CD-Hülle versehen.
Diese Clips kann man dann seinen Freunden zuschicken und sie damit erfreuen, oder vielleicht auch ein wenig quälen. Je nach dem, wie viel Mühe man sich gegeben hat.
Herr Tutori begleitet uns das gesamte Spiel hindurch mit immer neuen „Unterrichtsstunden“ und bringt uns immer neue Kniffe und Tricks bei.
Manche Instrumente lassen sich so noch präziser und schöner einbauen und die Möglichkeiten wachsen mit freigeschalteten Songs und Instrumenten jeder erledigten „Unterrichtsstunde“.
Auch die Minispiele haben einige Boni zu bieten und sind mehr als bloßes Beiwerk zum eigentlichen Musizieren.

Der Modus „Glockenspiel“ erinnert ein ganz klein wenig an „Guitar Hero“ mit seinen durchlaufenden Tonbalken, spielt sich aber ungleich simpler.
Einfach im richtigen Moment mit der richtigen Hand – in jeder Hand hält der Spieler eine Glocke mit einer anderen Farbe – schütteln und schon ist das Spiel gemeistert.

„Mii-Dirigent“ ist der wohl älteste Teil des Spiels.
Vorgestellt während der E3 2006 stand Nintendo-Mastermind Shigeru Miyamoto auf der Bühne und dirigierte ein Mii-Orchester.
Das fasst dieses Minispiel ziemlich gut zusammen.
Aber hier ist Vorsicht geboten. Klassische Musik lebt nicht zuletzt durch seine Intensität und Leidenschaft. Und die bringt hier der Spieler selbst ein.
Liebloses Rumgefuchtel mag das Orchester nicht besonders.
Hier ist voller Körpereinsatz gefragt.
Und nach drei oder vier Songs kommt man schon mal ins Schwitzen.

Die „Menschliche Stimmgabel“ ist die Königsdisziplin der Minispiele.
Hier gilt es in verschiedenen Runden und Schwierigkeitsgraden Töne zu erkennen, Falschspieler aus einer Combo herauszuhören, Töne eines Drei- oder Vierklangs zusammenzusetzen, oder auch mal durcheinander geratene Musikstücke wieder zurechtzurücken.

Fazit:
Alles in allem muss man sagen, dass sich „Wii Music“ problemlos zu seinen Brüdern „Wii Sports“, „Wii Play“ und „Wii Fit“ gesellen kann.
Das Spiel nimmt Menschen spielerisch die Angst sich mit Videospielen und in diesem Fall auch ganz klar Musik auseinander zu setzen. Für diese Zielgruppe ist das Spiel eine klare Kaufempfehlung. Core-Gamern wird es zwar schnell an Langzeitmotivation mangeln, aber für „Zwischendurch mal ein Ründchen Wii Music spielen“ ist der Titel dann beinahe doch wieder zu schade und zu umfangreich.

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