Saboteur
Um „The Saboteur“ als echten Hit auf dem Schirm gehabt zu haben, muss man schon ein absoluter Insider gewesen sein. Zu sehr versank der Titel zwischen den Großen Software-Highlights von „Modern Warfare “, „Assassin’s Creed “ oder „Uncharted 2“ im Weihnachtsgeschäft. Doch „Saboteur“ liefert mit einer Menge Spaß, einer überdurchschnittlichen Langzeitmotivation und einem exquisiten Humor viele Argumente für einen Kauf. Selbst das ausgelutschte 2. Weltkriegsthema stört hier kein Bisschen.
Schon auf dem ersten Blick wird deutlich, dass wie alle Sandbox-Games, auch „The Saboteur“ sich an dem Genre-Pionier „GTA“ orientiert. Das heißt ihr bewegt euch frei durch verschiedene Städte und Landstriche, kapert Autos, indem ihr den Fahrer kurzer Hand aus dem Wagen zieht und absolviert neben dem Haupthandlungsstrang etliche Nebenmissionen. Als irischer Draufgänger, der schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Naziregime gemacht hat (ein spielbarer Rückblick klärt euch zu Beginn über die Motivation des Protagonisten auf) werdet ihr von der französischen Resistance rekrutiert und macht euch schon bald einen Namen als furchtloser Untergrundkämpfer. Sean Devlin sprengt sich durch die Nachschublager und Propaganda-Werkzeuge der Deutschen, das es nur so kracht. Er rettet gefangene Verbündete, schaltet gierige Generäle aus oder deklassiert die Nazis bei Autorennen. Im Gegensatz zu Nico Belic, kann Sean hervorragend Klettern. Nicht ganz so geschmeidig wie Altair oder Ezio, aber fast, erklettert er Häuserwände, Türme und Sehenswürdigkeiten, um sich einen Überblick zu erschaffen, Ziele aus der Ferne anzugreifen oder sich zu verstecken. Ähnlich wie bei den Assassinen, gibt es bestimmte Gebäude, meist die ultimativen Wahrzeichen von Paris, die sich per Rundumkamerafahrt erschließen lassen. Hier lohnt es sich des Öfteren mal einen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Ein Sprung vom Eifelturm zum Beispiel kann eine echte Überraschung für euch bereithalten – wenn ihr ihn überlebt. Im Laufe des Spiels, eignet sich Sean mit Hilfe der Schwarzhändler und der Resistance bessere Waffen, sowie großartige Fahrzeuge an, die von der Schrotlaube, über den ultimativen Rennwagen, bis hin zum zerstörerischen Panzer alles beherbergen, was man sich nur Wünschen kann. Auch seine Fähigkeiten lassen sich intensiv verbessern. Mit wachsendem Ansehen, kann er im weiteren Verlauf jederzeit Verstärkung anfordern. Zum Beispiel, wenn die Deutschen mit gepanzerten MG-Einheiten und Flammenwerfer anrücken. Die Hauptstory wird dramaturgisch erzählt, die Sprüche sind zum Teil sehr treffend und lustig und die Handlung spannend. Letztendlich lässt sich, das Spiel, wenn man sich nur an den Plot hält relativ schnell durch spielen. Es ist von den Entwicklern offensichtlich gewollt, das man sich den vielen kleinen Nebenmissionen widmet, während oder nach dem Haupthandlungsstrang. Wie sagt es Sean so schön, nachdem der Abspann gelaufen ist: „Jetzt geht es erst richtig los!“
Saboteur
Genre: Sandbox-Action
Hersteller/Entwickler: Electronic Arts/Pandemic
System: PlayStation 3/XBOX 360/PC

