Red Dead Redemption
Das ist der wilde Westen!
„Open World“ oder „Sandbox“ wird das Genre genannt, innerhalb dessen man „Red Dead Redemption“ kategorisieren kann. Beide Bezeichnungen sind in Bezug auf Rockstars neustes Meisterwerk so zutreffend wie wahrscheinlich nie zuvor, denn „Open World“, also die offene Welt ist bei „RDR“ Programm. Es macht unglaublich Spaß die unendlichen Weiten mit dem Pferd zu bereiten von der staubigen Prärie über sattgrüne Weiden, von trostloser Felseinöde bis hin in die tiefen Wälder, von Sumpflandschaften bis in die schneebedeckten Berge. Auch der Begriff „Sandbox“ trifft den Nagel auf den Kopf, denn „Red Dead Redemption“ fühlt sich wie ein gigantischer Sandkasten an, in den man hunderte von Spielzeugen geworfen hat. So viele Spielzeuge, dass man sich praktisch ewig damit beschäftigen kann neue Sachen auszuprobieren. Keine Hochhausschluchten, keine unsichtbaren Wände, nichts was den Forscherdrang offensichtlich einzuschränken vermag. Dazu gesellt sich eine packende Story – eine Geschichte, von Liebe, Verrat und Rache getrieben von überraschenden Wendungen verdreht und mit einzigartigen Charakteren garniert – eine Geschichte, die Spaß und Abwechslung garantiert.
Als Spieler schlüpft man in die Haut des ehemaligen Bandenmitglieds John Marston. Das FBI, zumindest die sehr frühe Form der Bundespolizei, hat sich zum Ziel gesetzt einige Schwerverbrecher der Bande mit allen Mitteln zur Strecke zu bringen. John ist nach einem Überfall schwer verletzt von seinen Bandenmitgliedern zurück gelassen worden und damit unfreiwillig aus der Gang ausgestiegen. Um ihn für das „Gesetz“ zu rekrutieren haben die FBI-Agenten seine Frau und sein Kind entführt und John mit diesem ultimative Druckmittel gefügig gemacht. Doch schon die erste Begegnung mit einem der Ex-Kollegen geht für John böse aus. Abermals schwer verwundet, wird er von einer Farmers Tochter gefunden und gesund gepflegt. Darauf folgt ein umfangreiches und perfekt inszeniertes Tutorial, bei dem man lernt mit Pferd Waffen und Lasso umzugehen. Diese drei Fähigkeiten bestimmen den Alltag eures virtuellen Lebens für die nächsten Wochen, soviel steht fest.
Unzählige Nebenaufgaben warten abseits des Haupthandlungsstrangs darauf absolviert zu werden. Mit dem Lasso Wildpferde fangen und zureiten, Wild jagen, fast unschuldige Damen vor der gewaltsamen Entjungferung bewahren, Kannibalen stoppen, Postkutschen beschützen, um nur einige wenige zu nennen. Vertreibt euch die Zeit beim Karten spielen, beim „Five Finger Fillet“, beim Armdrücken oder Hufeisen werfen. Helft hoffnungslosen Fällen in sporadisch auftauchenden Sidequests oder erkundet einfach nur die weite Prärie. Geniest die malerischen Sonnenuntergänge, die detailreiche Umgebungsgrafik oder die wechselnden Licht- und Wetterverhältnisse. Jagd steckbrieflich gesuchte Banditen, oder schlagt euch auf die andere Seite des Gesetzes, indem ihr Postkutschen, Banken, Züge oder unschuldige Passanten ausraubt – die Möglichkeiten scheinen grenzenlos.
Nimmt man sich die Zeit, die Umgebung unabhängig jeglicher Aufträge zu erkunden, hat man nicht nur eine Menge zu tun, man kann auch eine Menge entdecken. Immer wieder trifft man auf Farmen, Banditennester, alte Festungen, Minen, Ölfördertürme, Holzfällercamps, wilde Tiere und vor allem auf hilfebedürftige Menschen. Obwohl die sich von Colorado über Texas nach Mexico Landschaft gigantische Ausmaße besitzt, wirkt die Umgebung nie leer. Selbst in der Wüste kann man aufwendig gestaltete Stein- und Felsformationen, sowie abwechslungsreiche Vegetation bewundern. Von kleinen Kaninchen, Gürteltieren, Stinktieren und Bibern über Kojoten, Luchse, Wölfe und Pumas bis hin zu mächtigen Wildschweinen, Büffeln und Bären, erstreckt sich auch die Fauna variantenreich und naturgetreu animiert. Die Bewegungsanimationen der Tiere und Menschen, insbesondere die der Pferde und Maultiere wurden aufwendig inszeniert. Jeder Muskel, die Mähne und der Schweif, alles wirkt wie aus einem Guss.
Der Online-Modus von „Red Dead Redemption“ geht weit über Deathmatch und Capture-Anything hinaus. Ihr könnt euch mit Freunden zu Banden zusammenschließen (bis zu 16 Spieler) und gegen sowohl menschliche als auch CPU-gesteuerte Banditen bzw. Sheriffs antreten. Es sind auch schon bis zu sechs Koop-Missionen zum Download angekündigt, die dann mit zu viert spielbar sein werden.
Fazit: „Red Dead Redemption“ ist ein Meilenstein der Videospielgeschichte. Niemals zuvor konnte durch ein Game ein dermaßen authentisches Gefühl von Freiheit vermitteln werden. Wer einmal durch die Steppe reitend den virtuellen Sonnenauf- bzw. –Untergang gesehen hat, der durch die Wolken bricht – wer einmal diesen Duft von Freiheit gespürt hat, möchte nicht mehr aufhören zu spielen, der ist eins mit der Prärie und seiner Winchester.
Red Dead Redemption
Genre: Open World-Action
Hersteller/Entwickler: Take 2/Rockstar
System: PS3/XBOX 360

