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Red Dead Redemption – Undead Nightmare

Von: Peter Radomski

„Undead Nightmare“ ist ein sehr umfangreiches „Add on“ zu „Red Dead Redemption“. Die Geschichte springt einen Schritt zurück. Ihr seid wieder John Marsten und lebt mit eurer Frau und eurem Sohn auf der Farm. Als ihr eines Abends nach Hause kommt und euch über die seltsame Lektüre eures Sohnes wundert, passieren merkwürdige Dinge. Die entwickeln sich dann zu unglaublichen Dingen, welche wiederum in surrealen Geschehnissen münden. Dem unvergleichlichen Rockstar-Humor zum Dank, erleben alle reanimierten Western-Fans ein nie da gewesenen Splatter-Squaredance. Im Vergleich zu den bisher relativ kurz gehaltenen „Add ons“, reden wir bei „Undead Nightmare“ von einer Spielzeit von 8-10 Stunden. Dabei wurde die komplette Spielwelt mit einbezogen. Die Story beginnt mit dem Worst-Case-Szenario: Sowohl Marsten’s Frau, als auch sein Sohn werden vom infizierten Onkel gebissen und mutieren binnen Minuten zu mordlüsternen Zombies. John macht sich auf, ein Heilmittel zu finden und erlebt einen Albtraum nach dem anderen. Ort für Ort, Friedhof für Friedhof muss von den Untoten gesäubert werden. Dabei trifft er auf alte Bekannte und auf ganz alte Bekannte, er rettet verzweifelte Menschen aus ihrer Not, andere können nur noch erlöst werden. Die Tatsache, dass die Seuche auch auf Tiere überspringt, lässt ihn vor mutierten Bären, Stieren oder Wölfen erstarren. Dem nicht genug, bekommt er es auch mit Fabelwesen, wie Bigfoot, apokalyptischen Pferden und sogar einem Einhorn zu tun. Letztere fungieren allerdings als Reittiere und verfügen über besondere Fähigkeiten, die das meucheln untoter Horden erleichtern.

Waren beim „normalen“ RDR packende Shootouts mit Positionskämpfen an der Tagesordnung, so läuft der Kampf gegen Zombies erwartungsgemäß anders ab. Sie stürzen sich meist in Scharen auf euch, ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Man kann sie mit Schüssen zu Fall bringen. Pustet man ihnen allerdings nicht die komplette Rübe weg, werden sie immer wieder aufstehen. Als wäre das nicht genug, gibt es besonders schnelle und wendige Exemplare, riesige modrige Fleischberge, die sich auf ihn stürzen oder Galle spuckende Exemplare, die John das Überleben schwer machen. Wie es sich für das Survival-Horror-Genre gehört, ist Munition zumindest am Anfang ein knappes Gut. Die Tatsache, dass die schwer erspielten Kanonen neu erspielt werden müssen, macht das Unterfangen „Undead Nightmare“ nicht einfacher.

Während sich der andere Zusatz-Kontent auf bestimmte Teilbereiche konzentrierte, haben die Rockstars bei „UN“ die gesamte Spielwelt mit einbezogen. Dementsprechend lang präsentiert sich der Albtraum. Um mehr düstere Atmosphäre zu erzeugen hat man Licht- und Wetter-Effekte angepasst. Wenn man durch den Wald läuft, aus den Nebelschwaden urplötzlich schemenhafte Umriss zu erkennen sind und im nächsten Moment stöhnende Zombies über einen herfallen, ist es mit dem schönen Cowboy-Idylle von der einen auf die andere Sekunde vorbei.

Fazit: „Undead Nightmare“, der Name ist Programm. Hier werden allen Regeln, sämtlicher Logik und nachzuvollziehenden Erklärungen die Gedärme herausgerissen. Nichts ist wie es scheint und alles kommt anders als man denkt. „Red Dead Redemption“ ist von der „in-den-Sonnenuntergang-reitenden-Heldengeschichte“ zu einem bluttriefenden Gemetzel mutiert. Voller Witz und genialer Ideen, steckt dieser Zusatz-Kontent alle bisher da gewesenen in die Tasche.

Genre: Undead-Open-World

Hersteller/Entwickler: Take 2/Rockstar

System: PS3, Xbox 360

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