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Overlord II

Von: MiN

Wer wollte nicht schon mal eine Schar williger Halblinge kommandieren, die auf einen Wink hin jedweden Befehl ausführen ohne zu hinterfragen?

Da wir aber nicht alle Ausbilder bei der Bundeswehr werden konnten, bietet sich mit Overlord II eine Alternative zum Ausleben von Allmachtsphantasien.

Die Fortsetzung knüpft am Erfolgsrezept des ersten Teils an. Als Spieler übernimmt mann die Rolle des Overlord und kommandiert bis zu 50 so genannte Schergen. Es gibt vier unterschiedliche Klassen von Schergen, die sich in Farbe und Funktion unterscheiden. Die Braunen sind robuste Nahkämpfer, die Roten sind zierlicher, können aber aus der Ferne Feuerbälle auf die Gegner abschießen, die Blauen können ihre Kollegen heilen und die Grünen sind heimtückische Von-Hinten-Angreifer mit Tarnfähigkeiten.

Neu im zweiten Teil sind stationäre Geschütze und die Fähigkeit der Schergen sich mit Reittieren fortzubewegen.
Zu Beginn des Spiels ist der Spieler noch nicht der Herrscher über dutzende seiner kleinen Helfer, sondern verdient sich seine Despoten-Sporen in eisiger Landschaft. Dieses Anfangslevel zeigt eindrucksvoll, was das Spiel zu bieten hat. Die Winterlandschaft sieht grafisch absolut beeindruckend aus, die Handlung ist interessant erzählt und besticht mit schwarzem Humor (auch wenn manche es vermutlich nicht so witzig finden werden, dass man arme Robbenbabys schlachten muss).


Als erfahrener Overlord residiert man in einer imposanten, unterirdischen Residenz, die mit schwebenden Steinplattformen und Thronsaal wirklich einiges hermacht. Hier findet der Overlord auch Zeit um sich mit dem schönen Geschlecht zu beschäftigen, auch wenn dies natürlich jugendfrei bleibt. Zusätzlich befindet sich hier auch die Schmiede, in der man seine Schergen aufrüsten kann.


Der Hauptteil des Spiels besteht aus Kämpfen in denen man seine Mini-Armee mehr oder weniger geschickt einsetzen muss, um feindliche Einheiten zu besiegen. Allzu komplex sind die Kämpfe jedoch nicht gestaltet und der Focus liegt mehr auf Action als auf Strategie, was den einen freuen und den anderen ärgern wird. Eine weitere Neuerung bei Overlord II ist die Möglichkeit des Overlords sich in einen Schergen zu teleportieren und so seine Mannen durch enge Spalten zu führen, die für den kantigen Overlord zu eng wären.

Fazit:
Overlord II ist ein kurzweiliges Spiel, dass dank seiner witzigen Dialoge und des schwarzen Humors wirklich Spaß macht. Ein Kompliment geht dabei auch an die gute deutsche Synchronisation. Wer auf taktische Tiefe verzichten kann und sich nicht an der teilweise hakeligen Steuerung stört, bekommt mit Overlord II ein grafisch exzellentes Spiel, dass eine interessante Mischung aus Pikmin und Fable darstellt.

 

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