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Mass Effect 2

Von: Peter Radomski

Endlich ist er da der lang und heiß ersehnte Zweite Teil der epischen „Mass Effect“ Triologie. Gleich zu Beginn bewahrheitet sich ein Gerücht, welches bereits im Vorfeld hartnäckig durch die Foren gegeistert ist. Die Normandy wird durch einen Angriff stark beschädigt und Shepard stirbt bereits in der spektakulären Einleitungssequenz. Ausgerechnet die im ersten Teil durch skrupellose Handlungen aufgefallene Ceberus Organisation schafft es Commander Shephard innerhalb von zwei Jahren zu reanimieren und mit synthetischer Hilfe vollkommen wieder herzustellen. In einer Mischung aus Misstrauen und Dankbarkeit macht sich Shephard auf den Kollektoren, die immer mehr menschliche Kolonien verschleppen, Einhalt zu gebieten. Der große Teil des Spiels besteht darin, seine insgesamt zehnköpfige Crew zu rekrutieren und jedem Einzelnen in einer aus privaten Gründen motivierten Mission beizustehen. Einige Teammitglieder wie Garrus oder Tali kennen Spieler des ersten Teils bereits bestens. Aber auch bei den Neuen hat jeder so seine eigenen Problemchen. Damit 100%tige Aufmerksamkeit den Kollektoren und Reapern gewidmet werden kann, lohnt es sich auf die Bedürfnisse seiner Crew einzugehen. Diese sind dann loyal und werden euch in der einen oder anderen Situation rettend zur Seite stehen. Darüber hinaus, erhält jeder eine Spezialfähigkeit, die gerade bei höheren Schwierigkeitsgraden entscheidend sein kann. Ceberus hat keine Kosten gescheut und mit praktisch grenzenlosen Ressourcen die SR2 Normandy nachgebaut. Diese lässt sich ebenso wie die Waffen und Charaktere im Spiel mit Upgrades ausstatten, die im finalen Kampf von entscheidender Bedeutung sind. Die Möglichkeiten seinen Charakter und die Waffen aufzuleveln waren im ersten Teil von „Mass Effect“ geradezu manigfaltig. Der neuen Casual-Gamer-Käuferschicht sei dank, wurden die Tuning-Optionen extrem vereinfacht. So werden alle Waffen automatisch aufgewertet und auch automatisch an die richtigen Squad-Mitglieder verteilt, was für Einsteiger mit Sicherheit sinnvoll ist, RPG-Pros allerdings viel Individualität nimmt. Waffen überhitzen nicht mehr, dafür benötigt man Munitionsclips, die von besiegten Feinden fallen gelassen werden. Das Waffenarsenal bietet eine Menge Abwechslung. Selbst Pistolen, die bei „Mass Effect 1“ praktisch nutzlos waren, lassen sich im zweiten Teil zu durchschlagskräftigen Monstern hochleveln. Im Waffenmenü präsentieren sich neben der Pistole, die gute alte Shotgun, ein zielsicheres Sniper-Rifle, das Sturmgewehr und optional, eine „schwere“ Waffe in Form eines Granat- oder Raketenwerfers, Kollektoren-Partikelstrahlers, Flammenwerfers oder sogar ein Mini-Atomschlags. Verschiedene Munitionsarten frieren Feinde ein, verbrennen sie oder schleudern sie durch die Umgebung. Biotische-, Tech- und Warp-Kräfte mit deren Hilfe sich gegnerische Schilde zerstören lassen oder Gegner hilflos durch die Luft wirbeln, spielen natürlich ebenso wieder eine wichtige Rolle. Die Kämpfe laufen nun sehr viel dynamischer ab als beim Vorgänger. Shepard kann praktisch überall Deckung suchen, was gerade auf den schwersten der fünf Schwierigkeitsgraden überlebenswichtig ist. Die Panzerungen, sind nicht nur sinnvoll im Kampf, sondern dank der vielen Dialogsequenzen und des „Third-Person-Views“ von großer styletechnischer Bedeutung. Muster und Farben lassen sich nun unabhängig von der Art der Rüstung individuell erstellen.

Das angesprochene Dialogsystem wurde beibehalten. Man kann Gespräche in die Länge ziehen oder abkürzen, gerade so wie es einem beliebt. Die Dialoge beinhalten sehr viele Informationen. Die wenigsten davon sind entscheidend wichtig, aber sie sorgen für eine unglaublich dichte Atmosphäre, ebenso wie die perfekten Filmsequenzen. Die Erkundung der verschiedenen Planetensysteme wurde komplett überarbeitet. Das Scannen der Planeten wird nun manuell praktiziert, was zwar wesentlich mehr Arbeit aber auch mehr Spaß macht. So baut man die für das Upgraden der Waffen und Panzerungen notwendigen Rohstoffe per Scanner und Sonden ab (Fahrzeuge gibt es nicht mehr) und findet so auch versteckte Anomalien, die wiederum aktive Missionen zur Folge haben. Wer sich nicht mehrere Male auf die Suche nach Rohstoffen begibt, wird die meisten Erweiterungen nicht fertig stellen können.

Die „Zitadell“ wurde beim Ende des ersten Teils stark zerstört und präsentiert sich dem Spieler nun dank schleppender Aufbauarbeit wesentlich kleiner. Dafür gibt es mit „Illium“ dem hypermodernen Planeten der „Asari“, eine optisch sehr ähnlich anmutende Umgebung und mit „Omega“ das heruntergekommene Gegenstück im Endzeit-Stil. Es gibt tausende Sachen zu entdecken, zu kaufen und zu finden. An jeder Ecke könnt ihr fremden Leuten aus der Klemme helfen und euren „Vorbildlichen“ oder „Abtrünnigen“ Attributen mehr Ausdruck verleihen. Denn auch dieses Mal lassen sich je nach Status der Abtrünnigkeit bzw. Vorbildlichkeit zusätzliche Dialog-Optionen frei schalten, die euch in manchen Gesprächen viel Ärger ersparen. Die verschiedenen Planten präsentieren sich von optisch ansprechenden Vegetationen mit Panoramablicken bis zu ausladenden und rauen Gegenden im Endzeit-Stil. Es gibt hunderte von Möglichkeiten sich außerhalb des Haupthandlungsstranges zu betätigen. Kauft euch Weltraumhamster, Fische oder Schiffsmodelle, um eure Kabine herzurichten, geht virtuelle Liebschaften ein oder betätigt euch als Planetenforscher. Versorgt eure Schiffscrew mit besserem Essen oder erfüllt wichtigen Crewmitgliedern kleine Extrawünsche.

 

Fazit: „ME2“ ist das erwartete Mega-Highlight geworden, daran gibt es keinen Zweifel. Action, Story und Gameplay wirken wie aus einem Guss. Es ist einfach unglaublich wie dicht man bei Videospielen mittlerweile eine Atmosphäre erschaffen kann. Bioware hat mal wieder fast alles richtig gemacht. Das „fast“ gibt es dafür, dass man die ausgiebigen Tuning- und Upgrade-Optionen stark eingeschränkt hat.

 

 

Mass Effect 2

Genre: Action RPG

Hersteller/Entwickler: EA/Bioware

System: XBOX 360

 

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