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Fable III

Von: Peter Radomski

Spiele von Peter Molyneux sind immer ein Highlight. Auch wenn nicht immer alles gehalten wird, was versprochen wurde, kann man sich darauf verlassen, dass ein Visionär wie er immer für spielerische Überraschungen sorgt. Da ist auch „Fable III“ keine Ausnahme.

Ihr spielt einen der beiden Söhne eures Vaters, den Helden den ihr als Spieler in „Fable II“ vom kleinen Waisenjungen bis zum Thron von Albion begleitet habt. Euer älterer Bruder Logan ist an der Macht und beutet das Volk aus. Ihr seid die einzige Hoffnung des Volkes auf eine erfolgreiche Revolution. Bevor ihr Logan allerdings vom Thron stoßen könnt, müsst ihr viele verschiedene Gruppierungen unter euch vereinen, euch möglichst viel Besitz aneignen, und die Leiden des Volkes lindern.

Die Waffen sind ein schlagendes Argument eure Meinung zu verbreiten bzw. bedürftigen zu helfen. So lassen sich Schwert oder Hammer, Pistole oder Gewehr, sowie die magischen Fähigkeiten, (dieses Mal können sogar zwei Zauber simultan eingesetzt werden), je nach Häufigkeit des Einsatzes aufwerten.

Wie immer bei „Fable“ stellt sich bei eurem Verhalten die Frage, ob ihr als strahlender Ritter oder als eigensinniger Gockel durch die Lande ziehen wollt... vielleicht auch ein wenig von beidem. Wer „Fable II“ gespielt hat, fühlt sich im dritten Teil sofort heimisch. Bowerstone sieht zu einem gewissen Teil aus wie früher. Der ein oder andere Laden hat seinen Standort gewechselt, aber im Grunde sieht gerade der Marktplatz aus wie immer. Allerdings haben die vergangenen 50 Jahre nicht nur die Stadt enorm vergrößert, sondern auch ins Industriezeitalter gestürzt. Armut und Kinderarbeit in den heruntergekommenen Vierteln bestimmen nun das dunkle Straßenbild der Hauptstadt.

Die ganze Welt von Albion lebt. Ob iin dunklen Wäldern, verschneiten Bergen, sumpfigen Feuchtgebieten oder der staubigen Wüste, überall trefft ihr auf Menschen und ihre Probleme. Manche verlangen gute, manche böse Taten. Euer Verhalten wirkt sich nicht nur auf die Reaktionen der Menschen, denen ihr begegnet aus, sondern auch auf euer äußeres Erscheinungsbild. Ob ihr letztendlich mit Hörnern und roten Augen oder Heiligenschein und blauen Augen den Thron besteigt, hängt ganz von den eigenen Vorlieben ab.

Habt ihr die Revolution zum Sieg geführt und den Königstitel errungen, ist das Spiel allerdings noch lange nicht zu Ende. Die folgenschweren Entscheidungen werden dann Schlag auf Schlag abverlangt und ihr müsst schmerzlich erfahren, dass es wesentlich schwerer ist zu regieren anstatt zu revoltieren.

Fazit: Eigentlich hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel geändert. Die Optik zum Beispiel ist nahezu identisch. Viele Kollegen haben sie bemängelt. Wie bei Action-Rollenspielen üblich ist sie nicht „State of the Art“. Das war allerdings bei „Oblivion“ so, „bei Dragon Age“, bei „Fall Out“ und so ist es auch bei „Fable III“. Trotzdem hat man zu keiner Zeit das Gefühl sich in unschön animierten Umgebungen zu Bewegen. Die Story, ist typisch Molyneux. Sie ist lustig, garniert mit einem teils derben Humor. Der Witz geht oft weit, aber nie zu weit und sorgt für so manch intensiven Lacher. Viele gute Ideen wurden adäquat umgesetzt und man möchte einfach immer weiterspielen. Hunderte von Quests machen dem geneigten Spieler da auch keinen Strich durch die Rechnung. Ein zweites Durchspielen ist quasi ein Muss, denn man möchte einfach wissen was passiert, wenn man bei den Schlüsselszenen eben die andere Entscheidung trifft. Man möchte die Reaktionen der NPCs sehen, wenn man sie anrülpst anstatt ihnen die Hand zu reichen. Man möchte die Leute auch mal mit wildem Gefurze schocken, anstatt ihnen was vorzutanzen. Mann möchte mal richtig böse sein, so böse, dass einem Hörner wachsen, man möchte Versprechen brechen und noch fieser sein als der fiese Herrscher der Geschichte. Spielerischen Innovationen gibt es nicht wirklich. Das ist enttäuschend ohne enttäuschend zu sein. Schließlich bietet „F3“ eigentlich alles was man sich wünschen kann.

Das Gamplay und der Schwierigkeitsgrad zollen der neuen Orientierung Richtung Casual-Markt Tribut. Obwohl „Fable“ noch nie schwer war, ist es irgendwie noch einfacher geworden. Die Rätsel sind keine Rätsel, da der schimmernde Wegweiser alles löst. Die Kämpfe machen Spaß, sind aber nicht wirklich fordernd. „Fable II“ zu durchspielen ohne zu sterben ist eine durchaus lösbare Aufgabe. Wenn man das Haar in der Suppe kompromisslos sucht, wird man es finden, dennoch bleibt festzuhalten, das „Fable III“ wieder ein echtes Highlight geworden ist, unglaublich Spaß macht und über lange Zeit fesselt. Was will man von einem Spiel mehr erwarten?

Genre: Action-RPG

Hersteller/Entwickler: Microsoft/Lionhead Studios

System: XBOX 360

Erscheinungstermin: bereits erschienen

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