Dragon Age II
Der Name Bioware hat bei allen Action-RPG-Fans einen klangvollen Namen. Mit “Mass Effect I+II“ und „Dragon Age Origins“ bescherten sie der Konsolen-Szene in den letzten Jahren die absoluten Highlights in diesem Genre. Zugegebenermaßen, ist die Optik, sowohl von „Origins“, als auch die von „Dragon Age II“ nicht gerade State of the Art“. Das ist auch der Grund, warum damals viele nach zwei Stunden das Pad aus der Hand legen wollten. Dann hätten sie allerdings einen der besten Genrevertreter für die Konsole verpasst und heute wahrscheinlich auch den Nachfolger links liegen lassen. Es wäre eine Schande gewesen, denn sowohl die Story, als auch das Gameplay sind absolut fesselnd. Man kann also nur jedem, der sich von der Optik abgeschreckt fühlt nahe legen, sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen.
„Dragon Age II“ spielt zum Teil parallel zur Story des grauen Wächters. Ihr übernehmt die Kontrolle über Hawk und seine Mitstreiter, die ihr nach und nach rekrutiert. Am Ende der zehn Jahre umfassenden Geschichte werdet ihr eine Revolution anzetteln und den Titel „Champion von Kirkwall“ erringen. Ähnlich wie beim zweiten „Mass Effect-Teil“, besteht ein Großteil der Story dadurch seine Gefolgsleute zu rekrutieren und sie durch bestimmte Aufgaben fest an sich zu binden. Die Geschichte wird in Rückblicken erzählt und vom Spieler erlebt. Nicht selten wurden die einzelnen Elemente vom Erzähler etwas aufgebauscht, was der Dramatik allerdings sehr zuträglich ist.
Zu Beginn des Spiels wechseln sich erzählte und spielbare Sequenzen in einer Art Tutorial ab. Die dunkle Brut im Nacken, ist die erste befestigte Stadt der einzige Zufluchtsort für die getriebene Gruppe. Im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem man an vielen verschiedenen Orten unterwegs war, ist Kirkwall der Ausgangspunkt der meisten Missionen.
Die Entwickler verstehen es unglaublich gut, mit Dialogen und Verknüpfungen von Interessen die Beziehungen der handelnden Personen zu intensivieren. Wenn dann ein Gruppenmitglied zum Hauptmann der Wache ernannt wird, ist das nicht nur ein erhebendes Gefühl, sondern es bedeutet auch mehr Macht für die gesamte Gruppe. Macht ist wichtig um im Spiel voran zu kommen. Nichts ist schöner als gesellschaftlich aufzusteigen und Privilegien zu genießen. Schwierig ist es den errungenen Status zu halten, denn je erfolgreicher man wird, desto mehr Sorge hat man im Spiel Intrigen zu durchschauen und ihnen entgegen zu wirken. Zehn Jahre vergehen im Spiel, bis man seine Ziele erreicht hat. Zehn Jahre, die man sich vom Flüchtling zurück in den Adel kämpft. Genug Zeit, um sich mit glänzenden Rüstungen, wertvollen Schwertern oder mächtigen Zauberstäben auszurüsten. Ob ihr als Krieger, Magier oder Schurke durch die Lande zieht, das richtige Equipment kann im Kampf über Sieg oder Niederlage entscheiden. In den dynamischen Kämpfen metzelt man sich mit Hilfe des A-Knopfs durch die Gegner. X, Y, und B belegt man mit anhaltenden Fähigkeiten bzw. einmaligen Angriffen, wie Schildschlag oder Wirbelklinge. Per Schultertaste, aktiviert man die Zweitbelegung der drei Knöpfe. Wer sich auskennt und die Fähigkeiten geschickt verteilt, kann es selbst mit den schwierigsten Schergen aufnehmen. Potenziert sich das Feindaufkommen, kann man auch seine Mitstreiter über das Ring-Menü Befehle erteilen, um die Kampfkraft der Gruppe zu optimieren. Neue Waffen und Kampf-Skills lohnen sich also nicht nur für den eigenen Charakter, zumal man jedes Gruppenmitglied jederzeit selbst steuern kann. So kann man Stunde um Stunde damit verbringen seine Squad mit besseren Waffen, Rüstungen, magischen Ringen oder Amuletten auszurüsten. Potenzielle Suchtgefahr garantiert.
Fazit: „Dragon Age II“ verfügt wieder über das absolute Suchtpotenzial immer noch ein Bisschen mehr zu sammeln, eine noch stärkere Rüstung zu bekommen oder das ultimative Schwert zu finden. In jeder Truhe oder Kiste, könnte etwas noch effektiveres verborgen sein. Akribisch verbessert man die Fähigkeiten der Charaktere, damit sie endlich stark genug sind den neuen Helm oder den glänzenden Schild tragen zu können. Bei der immer größer werdenden Kampfgruppe kann man so mit Geduld und Geschick viel Taktik ins Kampfgeschehen bringen. Das gewohnt geniale Dialogsystem, lässt viel Freiraum sein Alter Ego zum gutherzigen Ritter oder sarkastischen Arschloch zu entwickeln. Die Kämpfe sind etwas dynamischer geworden und machen dank der vielen taktischen Möglichkeiten noch mehr Spaß. An der Optik muss Bioware für den dritten Teil allerdings unbedingt etwas machen, zumal man sich dieses Mal sehr oft in Höhlen, Katakomben oder in von Mauern umschlossenen Arealen aufhält, die naturgemäß wenig Weitblick vermitteln. Ein Spiel dieser Klasse hat einfach eine bessere Grafik verdient.
Genre: Action RPG (Rollenspiel)
Hersteller/Entwickler: EA/Bioware
USK: ab 18
Erscheinungstermin: bereits erhältlich
System: PS3/XBOX 360

