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Dead Space 2

Von: Peter Radomski

Als der erste „Dead Space“ Teil veröffentlicht wurde, praktisch aus dem Nichts, sorgte das Spiel für Überraschungen. Die Optik, die Atmosphäre, das Gameplay alles wirkte perfekt aufeinander abgestimmt und um ehrlich zu sein, gab es nicht den geringsten Anlass zur Kritik. Die gab es von der USK zwar, doch die andere Überraschung: Das Spiel wurde trotzdem durch gewunken - ab 18 aber ungekürzt - und seit diesem Tag ticken die Uhren bei der USK anders. Wenn das erste durchgegangen ist, dann geht auch das Zweite durch und da wird beileibe nicht mit explizierter Gewaltdarstellung gegeizt. Doch obwohl Gewalt, Blut und Horror drei der großen Bestandteile von „Dead Space 2“ sind, kokettieren die Entwickler damit nicht übertrieben, sondern immer zum Wohle der Story.

Apropo Story: die geht gleich zu Beginn des zweiten Teils schockierend los. Als Spieler findet man sich noch verwirrt durch Verhöre und Medikamente in einer Zwangsjacke wieder, während die altbekannten Nekromorphs über die Krankenabteilung einer gigantischen Raumstation herfallen. Mit einem geschickten Slalomlauf, etwas Glück und der nackten Panik im Nacken, gelingt die Flucht und der verrückte Wissenschaftler mit dem Skalpell entscheidet sich Gott sei dank dafür, die Fesseln anstatt der Kehle zu durchtrennen. Was folgt ist eine nervenaufreibende Hatz durch die verschiedenen Innen- und Außenbereiche der Station, nette Rätseleinlagen, eine Vielzahl neuer Mutanten und Monster und vor allem herrliche Waffensysteme. Zu dem vom Vorgänger bekannten Schnetzelwerkzeugen, wie dem Cutter, dem Impulsgewehr, dem Ripper und Strahlen- sowie Laser- und Energiekanonen gesellt sich nun die Javelin Gun, die präzise und wirkungsvoll Bolzen durch feindliche Körper treibt und sie mit Hilfe der Sekundärfunktion unter Strom setzt. Die Kombination der Eigenschaften macht vor allem bei mehreren Gegnern in der Nähe Sinn. Dann gibt’s noch das neue Suchergewehr mit Zoom-Funtion, Minenwerfer und allerhand nützliches Sezier-Spielzeug.

Trotz der Bemerkung, dass es beim Erstling nichts zu kritisieren gab, haben die Entwickler in einigen Belangen eine Schippe draufgelegt. So hat der Protagonist Isaac nun ein Gesicht und eine Stimme, was die Identifikation mit dem Charakter erhöht. Wenn bei Rätseleinlagen die Schwerkraft deaktiviert ist, kann er sich mit der Hilfe von Impulsdüsen frei durch den Raum bewegen. Durch die Tatsache, dass man sich auf einer großen Raumstation befindet, wechseln die Locations mehrfach, was dem Ganzen allein vom optischen her viel Abwechslung verleiht. Natürlich ist das Gesamtbild futuristisch und technisch, aber einige Bereiche, zum Beispiel die der Sekte, mit ihren Kirchenähnlichen Gebäuden und den Kerzen oder die des Kinderbereiches mit den bunten Screens und den Ballons heben sich schon deutlich ab.

Das ist auch bei den Nekromorphs so. Nicht weit hergeholt also, dass sich Isaac nicht nur gegen mutierte Erwachsene, sonder auch gegen schreiend und in Massen anrennende Kinder und krabbelnde Babys erwehren muss. Ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man einem kleinen Baby einen Bolzen durch den Schädel treibt, um ihn danach mit Elektroschocks zu bearbeiten. Aber „Dead Space 2“ ist ein Survival-Horror-Adventure und kein Ringelpiez mit anfassen. Die Entwickler schaffen es vor allem mit düsteren Sounds, Schatten, und interaktiver Umgebung eine unglaublich dichte und verstörende Atmosphäre zu erschaffen. Oftmals ist es auch komplett dunkel, so dass nur das Licht der Taschen- bzw. Waffenlampe einen Teilbereich erhellen kann. Wenn man sich mit dem spärlichen Licht langsam durch die Gänge tastet und plötzlich scheppernde oder schlurfende Geräusche das Szenario durchschneiden, man kaum noch Munition oder Health-Packages hat, kann man schon mal in Panik geraten.

Die Raumstation besteht teilweise aus großen Fensterfronten, die einen atemberaubenden Blick auf die Skyline ermöglichen. Einige dieser Fenster (sind markiert) kann man zerbersten lassen. Optisch beeindruckend wird dann alles angefangen von Möbeln, nicht befestigten Gegenständen und natürlich Feinden in den Luftleeren Raum gesogen. Gute Nerven und ein platzierter Treffer auf das Schließventil retten den Spieler jedoch davor, selbst Bekanntschaft mit den unendlichen Weiten des Weltalls zu machen. Lustigerweise bzw. im Nachhinein logischerweise ist die Ishimura (das Schiff aus Teil eins) an die Station angedockt. Der Besuch dort ruft viele Erinnerungen auf den Plan.

Gegen Ende nimmt „DS2“ so richtig Fahrt auf. Die letzten drei Missionen wird man geradezu durch das Areal gejagt, hier wird man von den Entwicklern extrem unter Stress gesetzt. Warum und wie sie das machen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden aber es lohnt sich auf jeden Fall. Ebenso lohnenswert ist ein mehrmaliges durchspielen, denn mit den aufgelevelten Waffen und den verschiedenen Anzügen macht „Dead Space 2“ gleich doppelt so viel Spaß.

Fazit: „Dead Space 2“ ist ein absoluter Volltreffer. Hier passt einfach wieder alles. Gameplay, Grafik und Story verschmelzen zu einer wohlschmeckenden Survival-Horror-Suppe und sorgen beim ersten durchspielen für ca. 10 bis 12 Stunden intensiven Spielspaß bzw. -furcht. Die vom Vorgänger bekannten Rollenspielelemente in Bezug auf ausbaubare Anzüge und Waffensysteme sind eine hervorragende Motivation für mehrmaliges Durchspielen. Ein Mehrspieler-Modus steht zum Download bereit. Viel mehr hätte ich mir allerdings gewünscht auch kooperativ zu Werke gehen zu dürfen.

 

Genre: Survival-Horror-Adventure

Hersteller/Entwickler: EA/Visceral Games

USK: ab 18

Erscheinungstermin: bereits erhältlich

System: PlayStation 3, XBOX 360

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