Bionic Commando
Zwar gab es vor 20 Jahren schon ein „Bionic Commando“ aber mal ehrlich, abgesehen davon, dass die wenigsten heutzutage das Spiel damals gezockt haben dürften, sind spielerische Ähnlichkeiten zu einem zwei Jahrzehnte alten Videospiel wohl auch eher nicht gewünscht.
Deshalb lassen wir die Historie von „Bionic Commando“ mal unter den Tisch fallen und behandeln den Titel wie einen Neuling.
Die Story spielt in einer fiktiven Zukunft. In endlosen Kriegen wurden Menschen mit bionischen Fähigkeiten eingesetzt. Allerdings wirkten eben diese Fähigkeiten auf die Bevölkerung mit der Zeit so bedrohlich, dass man sich dazu entschloss sie ihnen wieder wegzunehmen, was in diesem Fall einer Verschrottung der bionischen Gliedmaßen gleichkam. Ihr seid als Spieler einer dieser Überbleibsel und dementsprechend angepisst, als man euch nach dieser Aktion reaktivieren möchte, um die Welt zu retten. Aber der Staat wäre nicht der Staat, wenn er nicht gewisse Druckmittel in der Hinterhand hätte, in diesem Fall die verschollene Frau des Protagonisten.
Der heißt Nathan Spencer und wird praktisch direkt ins kalte Wasser geworfen. Mit Hilfe eines Greifhaken an seinem bionischen Arm, schwingt er sich durch die Atomverseuchten Hochhausschluchten einer zerstörten Großstadt und malträtiert seine Feinde mit schmerzvollen Attacken. Ihr arbeitet euch von Checkpoint zu Checkpoint, entledigt euch eurer Gegner entweder mit dem Gadgetoarm oder konventionell durch Projektilbeschuss und hackt euch in Database-Towers. Der multiple Einsatz eurs Armes macht eine Menge Spaß. Ihr schwingt und klettert durch die grafisch prachtvoll inszenierten Großstadtkulisse, packt eure Gegner oder Gegenstände, um diese umher zu schleudern und eignet euch nach und nach alle zur Verfügung stehenden Fähigkeiten an. Die Offensiv-Qualitäten eures Armes sind besonders dann gefragt, wenn ihr auf die zum Teil überdimensionalen Boss-Gegner trefft. So schleudert ihr herumliegendes Levelinventar auf Kampfroboter, erledigt sie mit heftigen „Stampfattacken“ aus großer Höhe oder schwingt euch mit den Eisenstiefeln beidfüssig auf ihren Brustkorb. Das macht Spaß und tut weh. Grafisch macht „Bionic Commando“ eine Menge her. Nathan wurde mit seinen wallenden Dreadlocks sehr detailliert in Szene gesetzt und auch die Umgebung erscheint besonders bei den vegetativen Bereichen unglaublich gut.
Fazit: Obwohl durch die recht anspruchsvollen Sprungpassagen der ein oder andere Frustmoment garantiert ist, macht „Bionic Commando“ eine Menge Spaß. Optisch glänzt der Capcom-Titel ebenso. Auch am Umfang (ca. 10-12 Stunden Spielzeit) gibt es nichts zu kritisieren. Lediglich die Shootouts haben mir weniger Spaß gemacht.
Bionic Commando
Genre: Action
Hersteller/Entwickler: Capcom/GRIN
System: PLAYSTATION 3/Xbox 360

