Frontline - Zwischen den Fronten

Irland, Belfast, das Jahr 1972: In einer Wohnsiedlung hat sich Bernie McPhelimy (Julie Walters) einigermaßen bescheiden etabliert. Aber hier tobt der Bürgerkrieg in seinem vollen Ausmaß. Harmlose Zivilisten fallen der Auseinandersetzung zum Opfer, allerorten werden Bombenattentate verübt. Bernie initiiert eine Bürgerinitiative, und ihr gelingt es sogar, Kontakte zur Britischen Armeeführung und gleichsam zur IRA zu knüpfen. damit steht sie aber zwischen allen Fronten und gerät in den nie enden wollenden Sumpf aus Hass, Gewalt und Tod: Bernie hat vor allem Angst um ihre Kinder und setzt sich dafür ein, dass die IRA wenigstens tagsüber Ruhe gibt, Im TV werden ihre kritischen Worte über die Briten unterschlagen, so dass Freunde und Nachbarn auf Distanz zu der mutigen resoluten Frau gehen. Obwohl aufgebrachte Aktivisten ihr die Fenster einwerfen, geht Bernie ihren Weg und fordert die IRA zu einem klärenden Gespräch. Mit fatalen Folgen. Julie Walters lässt in der Rolle Bernies fühlen, dass Zivilcourage eine schwere, undankbare Tugend sein mag - aber dass sich ohne sie nichts bewegt. Ein sachlich, aber dennoch packend inszenierter, mutiger Film um die Thematik Zivilcourage, Engagement, Entschlossenheit, Erniedrigung mi all seinen Konsequenzen. Für User, die sich für das Thema IRA interessieren, eine lehrreiches Filmjuwel.
Die Zeit des unsäglichen Terrors begann 1969 in Nordirland und hielt bis 1997 an. Es fing mit blutigen Auseinandersetzungen in der Stadt Derry (Londenderry) in der Grafschaft Derry (Londenderry). Die Folge waren Truppenbewegungen bei der britischen Armee. Die wurden von der katholischen Minderheit als Besatzungsmacht angesehen, Demos der Katholiken immer wieder von der britischen „Besatzungsmacht“ mit Gewalt zerschlagen. Die Folge: Terroraktionen, sowohl von protestantische, als auch von katholischer Seite. So werden beispielsweise am 4. Dezember 1971 in Belfast bei einem Bombenanschlag protestantischer Milizen 15 Menschen getötet. Ihren Siedepunkt fanden die Aktionen am 30. Januar 1972, dem „Bloody Sunday, alss englische Truppen und Spezialeinheiten der britischen Armee versuchen, einen katholischen Protestmarsch in Derry (Londenderry) aufzulösen, dabei in die Menge schießen und 14 Personen schwer verletzen und 13 weitere töten. Zu diesem Protestmarsch hatte die Bürgerrechtsbewegung NICRA (Northern Ireland Civil Rights Association) aufgerufen um gegen die Internierungen ohne Gerichtsverhandlung (mit Genehmigung der englischen Regierung vom 9.8.1971) zu demonstrieren. Durch den Konflikt fanden in den Jahren zwischen 1969 und 1998 starben mehr als 3500 Menschen den Tod. Durch die Diskriminierungen der katholischen ist die Zahl der Arbeitssuchenden auf Seiten der Katholiken höher als die auf Seiten der Protestanten. Außerdem kam es durch den Konflikt zu einer massiven Schwächung der Wirtschaft Nordirlands, da weder ausländische Investoren auf Nordirland „Interesse“ bekundeten und bekunden.
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